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Möbelhandel erwartet mehr Nachfrage

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Der Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandel hat im Jahr 2017 einen um 0,5 Prozent höheren Umsatz erzielt als im Vorjahr und liegt nun bei 33,6 Milliarden Euro Jahresbruttoumsatz. Dies ergibt sich aus Hochrechnungen des Handelsverbands Möbel und Küchen (BVDM), der für 2018 mit einer leicht steigenden Nachfrage rechnet.

Möbel und Küchen sind Produkte, für die es zum stationären Verkauf nur wenige sinnvolle Alternativen gibt. Daher liegt der Online-Umsatzanteil weiterhin deutlich unter zehn Prozent. Denn die Living-Branchen sind Wohlfühl-Branchen. Wohnen und Einrichten hat in Deutschland traditionell einen hohen Stellenwert. Die Deutschen lieben es, sich zu Hause schön einzurichten, Gäste zu empfangen und gemeinsame Abende in behaglichem Ambiente oder beim gemeinsamen Kochen zu verbringen.

Die Rahmenbedingungen in Deutschland sind für die Einrichtungsbranche gut: Die Beschäftigungsquote ist weiter auf Rekordniveau, das verfügbare Einkommen ist auch im vergangenen Jahr gestiegen. Dennoch war das zurückliegende Jahr eher von Kaufzurückhaltung geprägt. Auch der Möbelhandel hat sich mit rückläufigen Frequenzen auseinanderzusetzen. Zu den Gewinnern der Branche zählen neben den großen Wohnkaufhäusern die spezialisierten Fachgeschäfte. Im Küchenhandel werden über 40 Prozent des Küchenabsatzes von Küchenspezialhäusern und Küchenfachmärkten erwirtschaftet, in keinem anderen Sortimentsbereich ist dies so stark ausgeprägt.

Die Vertriebsform der online bestellten Möbel gewinnt weiter an Bedeutung. Knapp drei Milliarden Euro brutto, also gut acht Prozent des Gesamtumsatzes, wurden 2017 mit Möbeln, Küchen und Einrichtungsgegenständen erwirtschaftet. Gegenwärtig dominieren zwar noch immer die auf den Distanzhandel spezialisierten Unternehmen, allerdings hat sich hier auch der beratende, stationäre Handel zum komplementären Vertriebskanal entwickelt. Dies ist deutlich an den Multichannel-Aktivitäten der Marktführer zu erkennen, die entweder ihre bisherigen Bemühungen intensivieren oder neu in den Online-Vertrieb eingestiegen sind.

Es wird allerdings auch immer deutlicher, dass es zumindest bei komplexen planungs- und beratungsintensiven Produkten nicht völlig ohne stationäre Präsenz geht. Der traditionelle Handel ist daher gefordert, sich den Heraus-forderungen des Online-Handels zu stellen, seine Kernkompetenzen, die Beratung, individuelle Planung und die fachgerechte Lieferung und Montage der Möbel und Küchen mit den Tools des Onlinehandels zu verbinden.

Gemischte Erwartungen für das Jahr 2018
Die Rahmenbedingungen für das Jahr 2018 sind grundsätzlich gut. Von Januar bis Oktober 2017 wurde in Deutschland der Bau von 286.300 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren das zwar 7,3 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum, der allerdings eine Boomperiode mit über 20 Prozent Zuwachs im Vergleich zu 2015 darstellte.

Von den in den ersten zehn Monaten 2017 genehmigten Wohnungen waren 247.000 Neubauwohnungen in Wohngebäuden (minus 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum). Gegen diesen Wert stiegen in Mehrfamilienhäusern die Baugenehmigungen um 1,1 Prozent und erreicht mit 140.700 genehmigten Wohnungen den höchsten Zuwachs seit 20 Jahren. Die im Jahr 2010 begonnene positive Entwicklung bei den Baugenehmigungen im Wohnungsbau setzt sich somit fort, auch wenn sie in 2017 auf hohem Niveau eine kleine Delle erfahren hat.

BVDM-Möbel-Taschenbuch erschienen
Seit über 25 Jahren begleitet das BVDM-Möbel-Taschenbuch die Führungskräfte und Mitarbeiter des Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels. Es wird jährlich in Zusammenarbeit mit den Experten des Ferdinand Holzmann-Verlags, von Möbelsachverständigen, Dozenten der Fachschule des Möbelhandels und BVDM-Mitarbeitern überarbeitet und erscheint im praktischen DIN A6-Format pünktlich zur imm cologne.

Auf 300 Seiten gibt es Fachinformationen, einen umfangreichen Statistikteil sowie die wichtigsten Gesetze und Verordnungen für den Möbel- und Küchenfachhandel in Auszügen. Ebenfalls sehr gefragt sind die erläuterten Fachbegriffe. Mit diesen wird nicht nur Auszubildenden, sondern auch erfahrenen Fachleuten im gesamten Möbelhandel geholfen. Zusätzlich enthält das Taschenbuch viele nützliche Branchenadressen, Messetermine und Basisinformationen für jeden Verkäufer und Entscheider der Branche.

 

Das BVDM-Möbel-Taschenbuch 2018 ist zum Preis von 15,00 Euro zzgl. Versand und MwSt. beim BVDM, Natalie Albrecht unter bvdm@wohnenundbuero.de oder Fax 0221/940 83-90 zu beziehen.

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