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Zwei voneinander unabhängige Studien zeigen auf, dass Fashion-Einzelhändler in den nächsten zwei Jahren verstärkt in Künstliche Intelligenz (KI) investieren werden.

Dadurch erhalten sie die Möglichkeit, ihren Kunden Trends in Echtzeit und ein individuell abgestimmtes Shoppingerlebnis anzubieten, was entscheidende Auswirkungen auf die Sales-Performance hat. Retailtechnologieanbieter Apptus ließ die Studien in Zusammenarbeit mit IMRG und Hive durchführen.

Eine IMRG Benchmark-Studie belegt:
– 52 Prozent wollen in den nächsten zwölf Monaten in Künstliche Intelligenz für „Online-Merchandising“ investieren
– Weitere 19 Prozent wollen in den darauffolgenden zwölf Monaten nachziehen
– Weniger als ein Drittel plant, nicht in Künstliche Intelligenz zu investieren

Die von Hive durchgeführte Studie ergab, dass die priorisierten Einsatzfelder bei Investitionen in KI für die Einzelhändler im Online-Merchandising und Personalisierung liegen. Nach dem Ranking der relevanten Bereiche ihres Unternehmens gefragt, die auf einer Skala von eins bis zehn am meisten von der Automatisierung mithilfe künstlicher Intelligenz in den kommenden drei bis fünf Jahren profitieren werden, bewerteten die Befragten Personalisierung mit 7,9 und Online-Merchandising mit 7,8. Im Vergleich dazu wurde der Kundenservice nur mit fünf von zehn Punkten bewertet.

Anklicken zum Vergrößern. © Apptus

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Das Rennen der Fashionhändler um den Sieg bei der Einführung von Künstlicher Intelligenz wird von einem wachsenden Bewusstsein dafür begleitet, dass der jetzige, manuelle Umgang mit Online-Merchandising und der Ausspielung von Artikeln sinkende Erträge zur Folge hat. Die Conversion-Rate nimmt ebenso wie die Kundenloyalität ab, während die Zahl der abgebrochenen Warenkörbe steigt.

Diese erschreckenden Zahlen sind wiederum nicht zuletzt auf die limitierten Ressourcen einer manuellen Herangehensweise zurückzuführen, obwohl im Bereich des Merchandising und der dynamisch ausgespielten Sortimente eigentlich nahezu endlose Möglichkeiten bestehen, so die Studienautoren.

Vor dem Hintergrund dieser Probleme haben Nachforschungen von IMRG ergeben:
– Weniger als ein Drittel der Online-Fashionretailer können die Ausspielung der Artikel in Echtzeit an die aktuellen Trends anpassen
– 63 Prozent sagten, dass dies Stunden oder Tage dauern würde
– Fünf Prozent gaben an, es gar nicht zu können
– 90 Prozent berichteten, dass sie Probleme damit haben, Personen mit den entsprechenden Fähigkeiten für ihr Merchandising-Team einzustellen
– Allgemein bewerteten die Befragten ihre Merchandising-Möglichkeiten im Schnitt mit 6,5 von zehn Punkten an, wenn es darum geht, mit dem Tempo des modernen Fashion-Einzelhandels mitzuhalten.

Ebenso hat die Studie von Hive ergeben, dass die Probleme mit der Einführung von KI überwiegend mit der Notwendigkeit zusammenhängen, den Kunden eine außergewöhnliche Customer Experience zu vertretbaren Kosten zu bieten.
– 67 Prozent der Befragten gaben an, dass KI die Effizienz in Ihrem Unternehmen verbessert hat
– 62 Prozent gaben an, dass sie ihnen ermöglichen würde, eine verbesserte Customer Experience anzubieten
– 58 Prozent gaben an, dass sie durch die Künstliche Intelligenz Big Data effektiver nutzen könnten
– Weniger als die Hälfte (49 Prozent) verwiesen auf Kostensenkungen

Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse kommentiert Florian Lüft, Vice-President of Sales D/A/CH bei Apptus:
„Es ist eine unbequeme Wahrheit, aber gerade Online-Fashionretailer mit großen Sortimenten haben massive Probleme, jedem Kunden eine für diesen relevante Customer Experience anzubieten, ohne mit massiven Kosten, massivem Aufwand und negativer Auswirkung auf die Abverkäufe konfrontiert zu sein. Gleichwohl ist es Fakt, dass der in der Praxis etablierte Ansatz eines manuellen Merchandising hier Teil des Problems und nicht Teil der Lösung ist.“

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