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Gib mir die Kugel

© Boule und Wein

Einen großen Freund hat das französische Pétanque im fränkischen Niedernberg: Frank Höfer ist jedoch nicht nur passionierter Spieler – mit dem Laden Boule und Wein hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Text: Mirko Hackmann

Der Eintrag auf Frank Höfers Webseite lässt erahnen, dass sein Geschäft kein primär Stationäres ist: Öffnungszeiten während der Boule-Saison vom 1. April bis 31. Oktober 2017: Montag, Freitag und Samstag nur nach telefonischer Vereinbarung.  „Während der Sommermonate bin ich an fast jedem Wochenende auf einem Turnier irgendwo in Deutschland mit meinem Stand präsent“, sagt der gelernte Masseur. Und wo auch immer Höfer sein Verkaufszelt aufschlägt, trifft er auf ihm bekannte Mitglieder der großen Boule-Familie, zu der er selbst mittlerweile seit 23 Jahren zählt.

Sein Bruder ist es, der ihn damals nach einer  Fußballverletzung an den neuen Sport heranführt. Zunächst kann er den massiven Metallkugeln nicht allzu viel abgewinnen. „Aber dann hat es Klick gemacht“, erinnert sich der 50-Jährige. Höfer beginnt zu trainieren, nimmt an Turnieren teil und bringt es schließlich mit seiner Mannschaft vom Boule-Club Mechenhard zum Bayernligameister und bayerischen Pokalsieger.

Doch es ist nicht unbedingt der sportliche Ehrgeiz, der Höfer antreibt: „Beim Boule ist man viel unterwegs, immer an der frischen Luft und trifft auf unterschiedlichste Charaktere jeglichen Alters aus allen möglichen gesellschaftlichen Schichten.“ Gerade dieses egalitäre Element fasziniert ihn: „Da spielt der Professor mit der Raumpflegerin und die Zahnärztin mit dem Arbeitslosen. Auf der Bahn müssen alle miteinander klarkommen.“

Die Faszination für den Boule-Sport bewegt Höfer, 2008 ein Geschäft zu gründen, das sich anfangs auf den Verkauf von Wettkampfkugeln beschränkt. Der zunächst nur ein Quadratmeter große Verkaufstisch wächst binnen kurzer Zeit zu einem  Zelt heran. Mittlerweile gehört zu seinem Sortiment jegliches Zubehör rund um die Kugel. Mit seinem Equipment bereist er auch private Turniere und bringt bei Firmenevents Laien das Boulespiel näher. Wer das französische Nationalspiel Pétanque kennt, weiß, dass der Weg zu einer guten Traube nicht weit ist. So vertreibt Höfer seit 2010 auch Weine aus biologischem Anbau. „Die Palette reicht vom einfachen Landwein bis zum hochwertigen Champagner“, erläutert Höfer.

Nicht minder komplex als das Zusammenführen von individuellen Gaumen und passenden Weinen ist die Kugelberatung. Zur Auswahl stehen von der Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal (FIPJP) zugelassene Kugeln aus Edelstahl, Karbonstahl oder Messing (für Allergiker). Sämtliche für den Wettkampf zugelassenen Kugeln müssen einen Umfang zwischen 70,5 und 80 Millimetern und ein Gewicht von 650 bis 800 Gramm aufweisen. Zudem unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Härte. Die Kosten für ein Dreierset Wettkampfkugeln liegen zwischen 80 und 300 Euro. „Profis variieren ihre Kugelauswahl je nach Wetter, Bodenbelag und Spielerposition“, weiß Höfer. Im Spitzenbereich, wo die Luft dünner werde, könne die Wahl der Kugelart spielentscheidend sein.

Höfer nimmt sich stets viel Zeit für seine Kunden, zeigt ihnen die verschiedenen Modelle, erläutert deren Charakteristika und ist bemüht, ihnen bei der Wahl ein gutes Gefühl zu vermitteln. „Psychologie spielt im Verkauf wie beim Boule eine entscheidende Rolle“, weiß der Sportsfreund, der es genießt, sein Fachwissen persönlich weitergeben zu können und deshalb seinen Onlinehandel eher nachrangig betreibt. Auf der Bahn aber gelte letztlich die immerwährende Boule-Weisheit: „Die Qualität einer Kugel hängt allein davon ab, wer sie spielt.“

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