Alle Informationen für den Handel

Markt

Kunden zahlen später

© Fotolia/Rawpixel.com

Die Working-Capital-Situation der 40 größten Handelsunternehmen in der DACH-Region hat sich über die vergangenen Jahre massiv verschlechtert.

Der Einzelhandel bezahlt seine Lieferanten im Schnitt zwölf Tage früher als noch vor fünf Jahren – der Zeitraum bis zum Geldeingang von den Endkunden verlängert sich indes. Vor allem der Kundenwunsch nach Rechnungskauf im Internet sowie Retouren binden vermehrt Kapital. Die Studie „Cash for Growth – Working Capital in the Retail Sector“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC identifiziert ungenutztes Potenzial.

Die Kapitalbindungsdauer bei den 40 größten Handelsunternehmen in der DACH-Region beträgt inzwischen durchschnittlich 57 Tage, bei Sportartikeln und Luxusgütern gar 86 Tage. „Gebundenes Kapital fehlt den Unternehmen für Investitionen in die Zukunft“, erklärt Rob Kortman, Working-Capital-Experte bei PwC in Deutschland. „Unsere Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die großen Handelsunternehmen in der DACH-Region ihre Working-Capital-Performance um bis zu 4,9 Milliarden Euro verbessern könnten.“

Im Schnitt bezahlen die Handelsunternehmen ihre Lieferanten zwölf Tage früher als noch vor fünf Jahren. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die 2013 eingeführte EU-Direktive zum Zahlungsverzug. Sie verschärfte die Vorgaben zu Zahlungsverpflichtungen der Händler gegenüber Lieferanten. Zugleich kommt das Geld der Kunden durchschnittlich 0,5 Tage später beim Einzelhandel an – ein Trend, der vor allem im Onlinehandel begründet ist: „Der Kauf auf Rechnung ist bei Onlineshoppern sehr beliebt. Der Kunde will seine Produkte so schnell wie möglich geliefert bekommen, lässt sich mit der Bezahlung aber gern mal Zeit“, sagt Rob Kortman. Komplexere Lieferketten als im stationären Handel sowie das Retourenmanagement verschlechtern die Working-Capital-Performance zusätzlich. Insbesondere die Ausdehnung der Rückgabefristen schränkt die Liquidität der Händler spürbar ein.

„Der Einzelhandel verfügt über zahlreiche Möglichkeiten, seine Liquidität mit vergleichsweise einfachen Mitteln zu erhöhen“, ist Rob Kortman überzeugt. „Eine stringentere Vertragsgestaltung stärkt die Cash-Position im Einkauf. Auf der Forderungsseite wiederum lässt sich unter anderem durch Factoring, straffere Zahlungsziele oder eine bessere Risikopolitik eine Menge erreichen. Und auch in der Lagerhaltung liegt – trotz Fortschritten in jüngerer Vergangenheit – noch viel Potenzial, insbesondere im Retourenprozess des Onlinehandels.“

Lesen Sie weiter


Markt

Der Handel bittet zu Tisch

Handel und Gastronomie waren einst sauber voneinander getrennt. Doch längst hat der Handel die Vorteile von gastronomischen Angeboten für sich entdeckt und dringt mit unterschiedlichen Formaten weiter in den Bereich der Gastronomie ein, stellt eine aktuelle Studie des EHI fest. mehr...

Wir freuen uns über Diskussionen und Ihre Kommentare.
Wie in jeder Gemeinschaft ist es notwendig, dass sich alle Teilnehmer an die Netiquette halten. Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen. Beleidigungen und Schmähreden sind deshalb ebenso tabu wie Diskriminierungen und die unerlaubte Veröffentlichung persönlicher Daten. Bitte verstecken Sie sich auch nicht hinter Pseudonymen, sondern benutzen Sie Klarnamen.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>