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Überweisung in Echtzeit

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Bitcoins und Instant Payments zählen zu den heiß diskutierten Trends in Paymentmarkt. Wie werden sie von Konsumenten und Händlern bewertet? Welche Kriterien muss ein zukunftsfähiges Zahlungsverfahren erfüllen? Diesen Fragen widmet sich eine neue ECC-Payment-Studie.

Die digitale Währung Bitcoins scheint aktuell für den E-Commerce noch Zukunftsmusik zu sein, so die Studienautoren. So hat nur jeder fünfte befragte Konsument Interesse daran, den Onlineeinkauf mit Bitcoins zu bezahlen. Vier von zehn Onlineshoppern finden Bitcoins eindeutig uninteressant. Unter den Händlern haben sogar 56 Prozent der Befragten kein Interesse an der digitalen Währung für ihren Onlineshop. „Ein möglicher Grund für das eher geringe Interesse könnte die begrenzte Verfügbarkeit von Bitcoins sein. Sie werden vermutlich eher als Geldanlage denn als Zahlungsmittel angesehen. Zudem ist das hinter Bitcoins steckende System recht komplex“, so Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.

Auf deutlich größeres Interesse stoßen hingegen Instant Payments, die ab November 2017 in ganz Europa Echtzeitüberweisungen ermöglichen sollen. Sechs von zehn Onlineshoppern und acht von zehn Shop-Betreibern würden Instant Payments nutzen. Dass der Kauf schneller abgewickelt wird als eine Standardüberweisung, weil die Zahlung unmittelbar beim Händler eingeht, ist der größte Vorteil aus Konsumentensicht (83 Prozent). Jedoch befürchten 65 Prozent der Shopper, dass zusätzliche Kosten anfallen könnten, wenn sie Instant Payments nutzen. Auch Händler sehen die Geschwindigkeit und die damit verbundene bessere Liquiditätsplanung als größte Vorteile von Instant Payments. Gleichzeitig stehen sie unter anderem dem Integrationsaufwand skeptisch gegenüber.

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„Unsere Befragungsergebnisse zeigen, dass Onlineshopper kaum bereit sind, Gebühren für Instant Payments zu zahlen. Angesichts der Vielfalt an Zahlungsverfahren, die bereits Echtzeitzahlungen beziehungsweise -zahlungsbestätigungen ermöglichen, ist fraglich, ob der Mehrwert einer sofortigen Wertstellung für Onlineshopper wirklich so groß ist wie häufig behauptet wird, sollten tatsächlich Extrakosten anfallen“, gibt Prof. Malte Krüger zu bedenken. Dass keine Extrakosten entstehen, zählt für Onlineshopper weiterhin zu den wichtigsten Kriterien, die ein Zahlungsverfahren erfüllen muss. Zudem haben verschiedene Convenience-Kriterien zuletzt erkennbar an Relevanz gewonnen. So ist es mehr als 50 Prozent der befragten Konsumenten wichtig, dass sie ein Zahlungsverfahren auch bequem mobil nutzen können – das entspricht einem Plus von neun Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Rund 70 Prozent der Online-Shopper achten zudem darauf, dass sie sich einfach für ein Payment-Verfahren registrieren können und dass dies nur einmal notwendig ist. Im Vorjahr gaben dies 62 Prozent der befragten Konsumenten an.

„Onlineshoppern ist es generell sehr wichtig, dass ihre Einkäufe im Netz so bequem wie möglich ablaufen – das gilt natürlich auch für den Check-out und die Bezahlung. Convenience wird auch für Zahlungsverfahren immer mehr zum Erfolgsfaktor”, so Sabine Buschmann, Senior-Projektmanagerin am ECC Köln. Wie Instant Payments in diesem Bereich punkten kann, ist noch nicht klar, da die konkrete Ausgestaltung noch offen ist. “Zahlungsanbieter sollten sich in jedem Fall nicht nur auf einen Faktor – wie zum Beispiel die Schnelligkeit – konzentrieren, sondern alle Topkriterien der Konsumenten im Blick behalten“, rät Buschmann.

Kostenfreies Webinar
Für Kurzentschlossene: Am 12. Mai 2017 stellt das ECC Köln in einem Webinar weitere Kernergebnisse der ECC–Studie “Der Online-Payment-Markt aus Sicht der Händler und Konsumenten” vor. Alle Interessierten können sich hier kostenfrei anmelden.

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