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Wer von seiner Arbeit und seinem Geschäft überzeugt ist, gewinnt Jugendliche für eine Ausbildung. Am besten im persönlichen Kontakt. Text: Ruth Lemmer

Handys, Tablets und Rennwagenfahrten auf dem Nürburgring sind Gimmicks, mit denen Firmen Auszubildende anlocken. Doch langfristig gewinnender und wirtschaftlicher wirken eine attraktive Ausbildung und ein spannender Beruf. Beides lässt sich auf Infotagen und in Schülerpraktika packend präsentieren. Händler dürfen es nicht dem Zufall überlassen, ob Schüler von selbst ins Geschäft kommen und nach einem Praktikum fragen. Sie sollten die Initiative ergreifen und Schulen im eigenen Stadtteil oder in der mit Fahrrad, Bus und Straßenbahn gut erreichbaren Umgebung wissen lassen, dass sie an Kooperationen interessiert sind und Ausbildungsplätze anbieten.

Suchspiel im Geschäft
Entlang der Termine von Konzernen – Bewerbung im Herbst, Auswahlverfahren bis ins Frühjahr, Vertragsunterschriften Wochen vor der Abschlussfeier – informieren sich Jugendliche über Berufsbilder: Die Arbeitsagentur stellt über das Portal berufenet.de 328 Ausbildungsberufe vor. Um in diesem Potpourri nicht unterzugehen, hilft Händlern am ehesten der direkte Kontakt. Internetseiten von Schulen nennen Ansprechpartner, oft ist es der Schulleiter selbst. Rund 1 500 Schulen, vor allem Haupt- und Realschulen, sind bundesweit mit dem Siegel „Berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schulen“ ausgezeichnet. Dort werden Schüler systematisch mittels Schnuppertagen, Workshops oder zweiwöchiger Praktika über verschiedene Berufe informiert.

Für den 27. April 2017 tun sich die Initiativen Girls’ Day und Boys’ Day zusammen und werben gemeinsam per Wendeflyer. Auf den jeweiligen Webseiten können Unternehmen ihre Aktionen im „Radar“ eintragen. Aufwand und die Chance, einen Auszubildenden zu finden, halten sich die Waage. Der Chef stellt kurz das Geschäft vor. Dann zeigen er, ein Mitarbeiter oder ein Azubi die Arbeit hinter den Regalen, den Wareneinkauf, Werbeaktionen und die Aufgaben am PC. Wenn der Azubi Interesse hat, kann er kreativ werden – etwa mit einem Quiz oder Suchspiel im Geschäft. Das Arbeitsklima lernt der Praktikant in der gemeinsamen Mittagspause mit den Beschäftigten kennen.

Azubis gestalten Plakate
Auch Plakate, von Auszubildenden gestaltet, sprechen junge Leute an. Die Ansprache wirkt echt und auf Augenhöhe anstatt gequält jugendlich. Ins Schaufenster geklebt, sprechen solche Plakate Kunden und Eltern an. Diese können die Motive als Handzettel oder Postkarten ihren Kindern mitbringen. Der Hinweis auf die Webseite darf nicht fehlen – auch dort ist es am geschicktesten, die eigenen Azubis sprechen zu lassen, etwa in einem Videofilm.

Ausbildungsmessen und Außenplakatwerbung rechnen sich dagegen nur, wenn der Arbeitgeber mehr als eine Handvoll Auszubildende sucht. Worauf es ankommt, ist der persönliche Kontakt. Und für den sind ein Praktikum oder ein Ferienjob der richtige Rahmen – für beide Seiten.

 

Hier finden Sie Praktikanten:
boys-day.de
girls-day.de
netzwerk-berufswahlsiegel.de

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