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Handel in neuen Dimensionen

© Constanze Tillmann, Messe Düsseldorf

Die EuroShop ist ein international aufgestellter Indikator für Entwicklungen im Handel. Was gibt es Neues? Drei Fragen an Ulrich Spaan, Mitglied der Geschäftsleitung des Kölner EHI Retail Institute, das die Fachmesse trägt. Interview: Ralf Kalscheur

Die EuroShop präsentiert sich erstmals mit einem neuen Konzept und sieben „Erlebnisdimensionen“. Was können die Besucher denn dort erleben?

Unser Ziel ist es, für die Besucher eine übersichtlichere Navigationsstruktur zu schaffen. In der Vergangenheit war die Messe in vier Bereiche unterteilt. Diese Gliederung und die damit verbundene Verortung der Aussteller innerhalb der Themenfelder haben sich als zu grob erwiesen. Die fortschreitende Digitalisierung erfordert die integrierte Betrachtung verschiedener Fachbereiche – auch derjenigen, die früher nicht in die Technologiethemen eingebunden waren. Ein Thema wie Visual Merchandising etwa ist nun direkt dem Store-Design angegliedert, ebenso das POP-Marketing. Daneben hat das Thema Beleuchtung nun eine eigene Dimension, denn die Lichtgestaltung wird zur Differenzierung im Wettbewerb immer wichtiger. Die Neuausrichtung war ein überfälliger Schritt, der die Dynamik der Branche widerspiegelt.

Welche aktuellen Retailentwicklungen stehen bei der EuroShop 2017 im Fokus?

Ulrich Spaan, Mitglied der Geschäftsleitung des Kölner EHI Retail Institute. © Intuitive Fotografie Köln

Ulrich Spaan, Mitglied der Geschäftsleitung des Kölner EHI Retail Institute. © Intuitive Fotografie Köln

Natürlichkeit und Nachhaltigkeit stehen im Fokus: Zum einen in Bezug auf die Auswahl der Materialien: Hölzer, Sichtbeton, Stahl oder der Gebrauchtlook bei Möbeln vermitteln Authentizität, und die liegt stark im Trend. Zum anderen ist Ressourcenschonung ein wichtiger Aspekt der Außendarstellung wie auch der Kostenersparnis. Dem Energiemanagement im Handel ist ein eigenes Vortragsforum gewidmet. Das große Schlagwort der EuroShop lautet Omnichannel, das die Strategien vieler Handelsunternehmen bestimmt. Dazu gehören die Verarbeitung und die Verfügbarkeit von Daten in Quasi-Echtzeit: Schnelle, hochintegrierte Systeme ermöglichen die zielgenaue Kundenansprache am PoS anhand der individuellen Kaufhistorie sowie die filialübergreifende Warenbestandserfassung.

Was sind Ihrer Meinung nach besonders interessante Start-ups und Innovationen, die Messebesucher im Blick haben sollten? Und gibt es in diesem Sinne Neues rund ums Dauerthema Mobile Payment, das bekanntlich schon lange vor dem Durchbruch steht?

In den Vortragsforen gibt es spezielle Innovationsblöcke, etwa zu den Themen Omnichannel, Retail-Technology oder Energieeffizienz. Im Ladenbaubereich wird das Designer-Village neue Lösungen und Anregungen vorstellen. Die Besucher können sich einen Überblick über den Status quo der Entwicklungen verschaffen. Das gilt auch für das Thema Mobile Payment. Grundsätzlich glaube ich nicht, dass der Markt sensationelle Innovationen erwarten lässt, die alles auf den Kopf stellen. Optimierung ist gefragt. Es geht darum, dass der Verbraucher das Gefühl hat, dass ihm der mobile Bezahlvorgang tatsächlich einen Mehrwert verschafft. Wenn dies mit einer branchenübergreifend standardisierten Lösung gelingt, dann steht das Verfahren wirklich vor dem Durchbruch. Messebesucher sollten sich übrigens überdies die Zeit nehmen, sich die Stores in der Region Köln/Düsseldorf anzuschauen, die als ein Innovationsbarometer für den Handel gilt.

Weitere Informationen zum Programm der EuroShop 2017 finden Sie hier.

 

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