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Optimierte Lieferkette

© Paul Calver

Volatiles Nachfrageverhalten, zunehmende Lieferfrequenzen, steigende Sortimentsbreiten – die Lebensmittellogistik steht vor enormen Herausforderungen. Eine aktuelle Studie der Technischen Universität Berlin identifiziert Zukunftstrends und zeigt innovative Lösungsansätze auf. Text: Martin Jahrfeld

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Die Revolution hat längst begonnen, doch nicht überall ist sie bereits zu spüren. In der Lebensmittellogistik sind in den kommenden Jahren Änderungen zu erwarten, die viele tradierte Geschäftsmodelle hinwegfegen werden – so der Tenor eines Symposiums, zu dem der Fachbereich Logistik der TU Berlin Experten aus Handel, Logistik und Wissenschaft eingeladen hatte. Trotz ihrer unterschiedlichen Disziplinen herrschte unter den Teilnehmern Konsens: Die Bedingungen, unter denen künftig Lebensmittel transportiert werden, sind das Resultat eines umfassenden soziokulturellen und demografischen Wandels.

„Die Kunden der Zukunft werden älter, aber sie werden auch weniger zahlreich als heute sein. Sie wollen Lebensmittel nicht ausschließlich online bestellen, erwarten aber, jederzeit komfortabel beliefert zu werden. Die Ansprüche steigen“, beobachtet Thomas Pütter, Leiter Network-Services & Innovation beim Logistikunternehmen Kraftverkehr Nagel. Die Konsequenzen für die Lebensmittellogistik seien erheblich: „Die Logistiker werden digitaler, reaktionsschneller und ressourcenschonender arbeiten müssen“, prognostiziert der Experte.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Studie „Zukunftstrends der Lebensmittellogistik“ des Fachbereichs Logistik der Technischen Universität Berlin, in der rund 100 Praxispartner befragt wurden und in der die Kunden ebenfalls als Treiber der Entwicklung identifiziert werden. Deren wachsende Ansprüche zeigen sich etwa in der Erwartung, Lebensmittelabfälle zu reduzieren oder die Verarbeitung und den Transport von Lebensmitteln detailliert rückverfolgen zu können. Einer der führenden Dienstleister in diesem Bereich ist derzeit die Firma eTrace: Ein Scanner-Code auf dem Produkt gibt via Smartphone Auskunft über Herstellungsorte, Lieferwege und Transportbedingungen.

Trotz solcher Innovationen – ein Spaziergang wird die Transformation kaum werden. Auf die Frage, wie angesichts wachsender Verbraucheransprüche mit Lebensmittellieferungen Gewinne erzielt werden sollen, gibt es bisher kaum Antworten. Laut Umfragen wollen rund 79 Prozent aller Verbraucher für Foodlieferungen kein zusätzliches Geld bezahlen. Essenslieferanten wie Deliveroo beabsichtigen, ihre Marge zu verbessern, indem sie ihre Fahrradkuriere mittels eigener App effizient zu steuern versuchen. Prozessoptimierung ist dennoch nicht unbedingt der Königsweg. Womöglich, so ein weiterer Tenor auf dem Symposium, sei es sinnvoller, die Lieferkundschaft frühzeitig an entsprechende Gebühren zu gewöhnen.

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