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Ladenbau: Lust auf neue Geschäfte

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Die Jahrestagung des dlv – Netzwerk Ladenbau rief die „Zeit für Veränderung“ aus. Die Branche muss sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen – und blickt optimistisch nach vorn.

Die Stärke des Einzelhandels beflügelt den Ladenbau. So ergab die Quartalsumfrage des dlv – Netzwerk Ladenbau, dass die Hälfte der Mitgliedsunternehmen zu Jahresbeginn einen Zuwachs im Auftragseingang verzeichnete. 25 Prozent der dlv-Mitglieder verbuchten im ersten Quartal eine gleich bleibende Order im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, ein Viertel der Befragten musste einen Rückgang der Nachfrage hinnehmen. Für das kommende Jahr sind die Ladenbauer mehrheitlich positiv gestimmt: Von einer weiteren Zunahme der Aufträge gehen 61 Prozent der Unternehmen aus, 18 Prozent erwarten einen Rückgang.

215 Teilnehmer verfolgen die Präsentation der Stimmungslage in der Branche auf der dlv-Ladenbautagung in Bad Homburg. Unter dem Motto „Zeit für Veränderung“ betrachten Referenten wie der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer und der Unternehmensberater Hartmut Biesel die vielschichtigen Auswirkungen der Digitalisierung. „Der Mittelstand tut sich häufig noch schwer mit der Digitalisierung, die Aufgabe wird gern an die junge Generation abgeschoben“, konstatiert Branchenkenner Biesel. Der Apricot-Geschäftsführer prophezeit Anbietern von Standardprodukten ohne Individualisierungsmöglichkeiten Probleme: „Die Einkaufsmacht des Kunden wird immer größer.“

Deshalb könnten Ladenbauer im Zuge der digitalen Aufrüstung des Handels nicht automatisch auf mehr Geld hoffen, so Biesel. Der Experte ruft dazu auf, die innerbetrieblichen Abläufe immer wieder zu „stören“: „Richten Sie sich nicht in der stabilen Phase ein und tappen Sie nicht in die Commodityfalle.“ Denn wer nicht das Besondere anbieten könne, hänge schnell „am Fliegenfänger Preis“. Die Ladenbauer seien gefordert, den Multichannel-Vertrieb zukunftsfähig auszubauen und im Zuge alle Prozesse des Kundenbindungsmanagements (CRM) in ein „Kennzahlencockpit“ zu integrieren. Biesel: „CRM ist eine Denkhaltung: Begreifen Sie Ihre Kunden als Kapital.“

Herausragende Läden gesucht

Für das Store Book 2017 sammeln der dlv und der Callwey Verlag Ladeneröffnungen aus dem Zeitraum 1. September 2015 bis 1. Oktober 2016. Bis zum 30. September 2016 können noch Projekte eingereicht werden.

Über Chancen für hiesige Ladenbauer vor allem in den sich noch entwickelnden Städten Mittel- und Westchinas referiert Jian Kang, CEO des chinesischen Messe- und Ladenbauunternehmens Core Shopfitting. „Stationäre Läden in China setzen stark auf das individuelle Einkaufserlebnis und Popup-Stores, denn das mobile Onlineshopping ist bei uns schon deutlich weiter verbreitet“, so Kang. Der Chinese warnt deutsche Ladenbauer vor der „fehlenden Professionalität“ in seinem Land: Anzahlungen gebe es nicht, temporär angeheuerte Wanderarbeiter machten häufig Fehler und die Projektkosten würden von Auftraggebern eher grob geschätzt statt solide kalkuliert.

„Der Kunde ruft an und will in zwei Wochen einen neuen Laden fertig haben. Später ruft er an und sagt: ‚Wir haben unser Design geändert.‘“, gibt Kang eine Anekdote aus seinem Berufsalltag zum Besten. Doch der Chinese lässt auch durchblicken: Während die gründlichen Deutschen noch in der Vorphase Prozesse planen, wird in seinem Land schon der nächste Laden gebaut.

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