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Onlinehandel: Die „Benchmark der Branche“

Als umsatzstärkster Elektronikversender treibt Notebooksbilliger. de den Wandel in dem Handelssegment voran. Dahinter steckt eine Mischung aus dynamischer Start-up-Mentalität und einer klaren Profitorientierung.

Amazon, Otto, Zalando – das EHI-Ranking der erfolgreichsten Onlinehändler in Deutschland wird von großen Namen der Versandhandelswelt angeführt. Während diese Unternehmen mit erheblichen Investitionsmitteln ausgestattet sind, folgt auf dem vierten Platz mit Notebooksbilliger.de ein Wettbewerber, der sich seine Position durch ein kontinuierliches, profitables Wachstum erarbeitet hat. Zwar liegen die Umsatzzahlen im IT- und Elektronikbereich höher als etwa im Fashionsegment, doch Notebooksbilliger. de zählt zu den bemerkenswerten Erfolgsgeschichten der letzten Jahre im deutschen Handel.

Dabei blickt das Unternehmen auf bescheidene Anfänge zurück: Geschäftsführer und Gründer Arnd von Wedemeyer hatte im Jahr 1989 als 17-jähriger Schüler mit einer amtsgerichtlichen Sondergenehmigung damit begonnen, IT-Services für Unternehmen anzubieten. Sukzessive wurde das Geschäft um den Hardwarehandel erweitert. Im Jahr 2002 ging schließlich Notebooksbilliger.de online – zunächst mit einem klar definierten Produktfokus: Sein Ziel sei es, zum „größten Onlineshop für Notebooks“ zu werden, betonte Wedemeyer in den Anfangsjahren in verschiedenen Interviews.

Auf den Kundennutzen fokussiert

Längst wurde die Angebotspalette deutlich verbreitert: „Bei uns gibt es inzwischen im Prinzip alles, was einen Stecker hat und in eine Steckdose passt“, erklärt der Unternehmenschef. Die Sortimentsausweitung ging dabei mit einer beeindruckenden Umsatzentwicklung einher: Aus dem Stand heraus erzielte Notebooksbilliger.de 2003 einen Umsatz von 36,9 Millionen Euro und übersprang bereits drei Jahre später mit 132,5 Millionen Euro die Schallmauer von 100 Millionen Euro. Nach zwischenzeitlicher Stagnation bei 270 Millionen Euro in den Jahren 2008/09 startete ab 2010 die zweite Wachstumsphase, die den Elektronikversender zuletzt im Jahr 2015 bis über die Umsatzmarke von 700 Millionen Euro führte.

„Notebooksbilliger.de führt die Umsatzentwicklung bei den Elektronikversendern im Internet nach wie vor an.“ Peter Höschl, Betreiber des Portals Shopanbieter.de

„Notebooksbilliger.de führt die Umsatzentwicklung bei den Elektronikversendern im Internet nach wie vor an“, erklärt Peter Höschl, der als Betreiber des Portals Shopanbieter.de den Onlinehandel seit vielen Jahren im Blick hat. Für ihn stellt Notebooksbilliger wegen strategischer Schwerpunkte wie einer großen Sortimentstiefe, einer hohen Fachkompetenz und direkten Industriekooperationen den „Benchmark der Branche“ dar. Großen Anteil am Erfolg trägt das unternehmerische Credo von Firmenchef Arnd von Wedemeyer: „Am wichtigsten ist, welchen Mehrwert ich meinen Kunden biete. Und wenn dem Händler dazu etwas Sinnvolles einfällt, ist die zweite Frage: Wie kann ich das monetarisieren?“, sagt Wedemeyer.

Erfolg im stationären Geschäft

Das Onlinegeschäft ergänzte Notebooksbilliger.de im Jahr 2010 mit der Eröffnung des ersten stationären Stores in München. Die Mischung aus klarem Kundennutzen, Experimentierfreude und Profitorientierung kennzeichnet auch die Offlinestrategie des Unternehmens Notebooksbilliger.de. So sind der Store in München sowie das 2013 eröffnete Ladengeschäft in Düsseldorf und der Abholshop am Lagerstandort in Hannover-Laatzen eher in B-Lagen angesiedelt, bieten auf jeweils rund 400 Quadratmetern ein konsequent auf die Kernbereiche Notebooks, Tablets und Smartphones ausgerichtetes Sortiment an und vertrauen ganz auf Produktkompetenz sowie technikbegeistertes Verkaufspersonal. Bei den Kunden kommt das gut an: Mit einem Jahresumsatz von 20 bis 25 Millionen Euro erzielt der Elektronikversender in seinem Münchner Store eine außerordentlich hohe Flächenrentabilität.

Trotz des für eine Online-Firma typischen Start-up-Charakters verfolgte Notebooksbilliger.de von Anfang an eine eher konservativ ausgerichtete Unternehmensstrategie. Für Geschäftsführer Arnd von Wedemeyer spielte die Profitabilität des Elektronikversenders stets eine herausragende Rolle. „Ob Einkauf oder Vertrieb – für alle Mitarbeiter ist bei uns der Ertrag die entscheidende Kennziffer“, erklärt der Firmenchef. Notebooksbilliger.de setzt auf ein organisches, Cashflow-finanziertes Wachstum. Erst Ende 2012 stieg die Verbundgruppe Electronic Partner (EP) mit einer Minderheitsbeteiligung in einer Größenordnung von rund 20 Prozent bei dem Elektronikversender ein. Dabei dürfte nicht zuletzt der Wunsch nach einer Erweiterung des Sortiments eine Rolle gespielt haben. Denn im margenstarken Weiße-Ware-Bereich ist die fest im Elektronikfachhandel verwurzelte Verbundgruppe EP ein starker Partner.

 

„Bei uns gibt es inzwischen im Prinzip alles, was einen Stecker hat und in eine Steckdose passt“, sagt Arnd von Wedemeyer, Geschäftsführer und Gründer von Notebooksbilliger.de. © Ernst Merheim

„Bei uns gibt es inzwischen im Prinzip alles, was einen Stecker hat und in eine Steckdose passt“, sagt Arnd von Wedemeyer, Geschäftsführer und Gründer von Notebooksbilliger.de. © Ernst Merheim

Enge Zusammenarbeit mit der Industrie

Bei Herstellern wie Acer, Toshiba oder Microsoft stößt das E-Commerce und Stationärhandel verbindende Konzept von Notebooksbilliger.de auf großes Interesse. „Die Zusammenarbeit mit der Industrie ist für uns ein wichtiger Impulsgeber“, berichtet Arnd von Wedemeyer. „Wir haben für Hersteller verschiedene Kooperationskonzepte entwickelt und haben im dritten Quartal 2015 begonnen, für jeden Bereich zwei Premiumpartner zu definieren.“ Dabei wolle man immer mit der jeweils führenden Marke sowie „einem schnellen Verfolger“ zusammenarbeiten.

Für das weitere Wachstum setzt das Unternehmen daneben weiter auf die stationäre Expansion. In Hamburg eröffnet Notebooksbilliger.de im zweiten Quartal 2016 einen Store und sucht auch in Berlin, im Südwesten und im Osten Deutschlands nach passenden Standorten. Außerdem will der Elektronikversender das Service-Angebot ausweiten. So bietet Notebooksbilliger.de bereits in Hannover und Berlin die taggleiche Lieferung von Onlinebestellungen an und will auch Liefer- und Installationsservices im Bereich Weiße Ware ausbauen. E-Commerce-Experte Peter Höschl beurteilt die weiteren Chancen für Notebooksbilliger.de deshalb optimistisch: „Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie die Umsatzmilliarde erreichen.“

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