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Sammelkarten und Sticker – Tradition in Tüten

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Zur Fußballeuropameisterschaft in Frankreich setzt der Einzelhandel auf die analoge Kundenbindung per Sticker. So ist es Brauch. Kickerfrisuren ändern sich, doch Sammelkartenaktionen kommen nicht aus der Mode.

Wenn in Frankreich der Ball rollt, werden viele Fans die Spiele der Europameisterschaft auf Tablets oder internetfähigen Smart-TVs verfolgen. Zum Repertoire der altbekannten Kommentatoren gehört es längst, auf die Social-Media-Aktivitäten der Sender hinzuweisen, wo nicht nur persönliche Analysen gepostet, sondern auch Spielsituationen aus verschiedenen Perspektiven angeschaut werden können.

Doch ebenso wie trotz der fortschreitenden Digitalisierung des Alltags beim Fußball immer noch das Runde ins Eckige muss, kommen auch die Sammelkartenaktionen zu den großen Turnieren nicht aus der Mode. „Schließlich lösen erst die physisch vorhandenen Karten den Sammeltrieb aus, regen die Kommunikation an, ermöglichen das einfache Tauschen und die Verwendung als Spielkarten“, erklärt Thomas Bonrath, Sprecher der Rewe Group, die in Deutschland schon seit Jahrzehnten währende Leidenschaft für selbstklebende Kicker- und Trainerporträts. „Wenn auch schon die Eltern begeisterte Sammler der Karten waren, übertragen sie die Leidenschaft oftmals auf die Jüngsten“, weiß Bonrath.

Pro zehn Euro Einkaufswert erhalten Rewe-Kunden in allen teilnehmenden Märkten seit Anfang Mai eine Karte gratis. Auf der Rückseite der Spielerporträts stehen Angaben zu Laufbahn, Spielen und Toren, sodass die Karten auf den Schulhöfen nicht nur zum Fachsimpeln und Tauschen, sondern auch zum Quartettspielen taugen. Das DFB-Sammelalbum zum Einkleben und Aufbewahren kostet 2,99 Euro, alle 36 Motive gibt es auch in der „limitierten Glitzer- Sonderedition“.

Rewe kooperiert im Rahmen einer Ernährungspartnerschaft seit der Weltmeisterschaft 2010 mit dem Deutschen Fußballbund und nutzt die große Liebe zum Fußball überdies, um Zusatzartikel wie DFB-Sammelgläser oder -Frühstücksbrettchen zu verkaufen. „Sammelaktionen sind insofern ein Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb, bieten Kunden einen Mehrwert zum Einkauf und sind nach wie vor ein wirksames Mittel der Kundenbindung“, meint Bonrath.

 

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Lückenlose Investition ins Album

Auch Discounter nutzen mittlerweile die analoge Kundenbindung mit Karten. Während Aldi Süd Ende 2014 erstmals Panini-Sammelbilder mit Comicmotiven ins Angebot nahm, setzte Lidl schon zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien vor zwei Jahren auf die Profikonterfeis des italienischen Marktführers. Das Angebot kam an und wurde zur EM wiederholt: Zwei Wochen lang erhielten Kunden bei ihrem Einkauf im vergangenen April und Mai zwei Sticker gratis. Zudem wurden Packungen mit je fünf Bildern für 60 Cent statt des regulären Panini-Preises (70 Cent) verkauft.

Der Preisnachlass ist für Sammler durchaus ein Kaufargument, denn die Leidenschaft ist kein ganz billiges Vergnügen. Es gibt insgesamt 680 unterschiedliche Sammelsticker zur EM, die in das Album von Panini eingeklebt werden können. Viele Sticker haben die Sammler doppelt, zudem werden Spieler zum Turnier nachnominiert. Verschiedene Berechnungen haben ergeben, dass Sammler zwischen 500 und 600 Euro investieren müssen, um ihr Album lückenlos zu bestücken. Ebay, zahlreiche Onlineshops und Tauschbörsen bedienen die Nachfrage nach bestimmten Stickern, die zum vollständigen Sammelglück noch fehlen.

Die italienische Unternehmensgruppe Panini kann sich auf die Sammelleidenschaft der Deutschen verlassen. 1961 erschien das erste Sammelalbum in Italien, seit der Fußballweltmeisterschaft 1974 sind die Bildchen auch hierzulande zu haben.

Panini erzielt als weltweit größter Verleger von Sammelprodukten über 750 Millionen Euro Umsatz. Zum Turnier in Frankreich werden in Deutschland rund 70 000 Verkaufsstellen beliefert, darunter Tankstellen, Bäckereien und der Spielwarenhandel, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Millionen Promoalben liegen Pressetiteln bei oder in Soccerhallen aus. Ein bisschen Digitalisierung ist mittlerweile aber auch im Spiel: Eine Sammel-App hilft dabei, den Überblick im Stickerkader zu bewahren.

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