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LOG 2016: Logistik über alle Kanäle

Mittelständische Logistikdienstleister, IT-Unternehmer und Konzernvertreter trafen sich auf der LOG 2016, um die Anforderungen an Handel und Logistik im Multichannel-Geschäft zu diskutieren. Redner wie Aussteller präsentierten Businessstrategien und Hightechlösungen.

Logistik in Zeiten des Mehrkanalvertriebs – dies war das beherrschende Thema auf der LOG 2016, einer Veranstaltung von EHI, GS1 Germany und Markenverband. Rund 350 Logistikexperten aus Handel, Industrie und Dienstleistungsbranche trafen sich in Köln, um Trends auszuloten, aus der Praxis zu berichten und sich zu vernetzen. Logistik wurde dabei nicht nur als Synonym für Transport, Umschlag und Lagerung verstanden, sondern auch als firmen- und branchenübergreifende Disziplin der Schnittstellen. Als solche ist sie unter allen Unternehmensprozessen mit am stärksten von der Multichannel-Revolution betroffen.

Der mehrgleisige Versandhändler QVC beispielsweise stellte sein hochmodernes Logistikzentrum in Hückelhoven vor – ein riesiges Areal mit einer Größe von 15 Fußballfeldern. 14,4 Millionen Pakete sind allein 2015 hier bearbeitet worden. Über eine Brücke ist QVC mit einem Hermes-Versandzentrum verbunden, sodass Retourensendungen über Förderbänder schnellstens bearbeitet werden können. Fast die Hälfte aller Bestellungen bei QVC sind Multiliner – mehrere Produkte aus unterschiedlichen Bestellkanälen, die in einem Paket zusammengefasst werden. Eine logistische Herkulesaufgabe.

Ausgezeichnet

Die Logistikunternehmen Rigterink und VS Heibo sind Vorreiter in Sachen Klimaschutz: Sie haben ihre Treibhausemissionen innerhalb von fünf Jahren um 20 Prozent gesenkt. Dafür sind sie auf der LOG mit dem Lean and Green Star ausgezeichnet worden. Gleichzeitig starteten mit Aldi Süd, Mars, Rubetrans und Zeh Internationale Spedition vier weitere Unternehmen ihre Klimaschutzaktionspläne. Auch sie wurden mit dem Lean and Green Award gewürdigt.

Das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 der Bundesregierung sieht vor, dass allein im Verkehr sieben bis zehn Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Der Energieverbrauch soll dadurch um zehn Prozent sinken. Viele Unternehmen in Deutschland haben die Weichen inzwischen auf Klimaschutz gestellt – unterstützt werden sie dabei von GS1 Germany.

Überall bestellen, überallhin versenden, von überall aus versenden, verbundene Bestände haben: So umreißt Referent Boris von Brevern von Ebay Enterprise das Konzept des Omnichannels. „Omnichannel-Händler wachsen dreimal schneller als Multichannelhändler“, sagt er. Prominente Beispiele: Beim Trendkaufhaus Urban Outfitters wird die Hälfte aller Onlinebestandslücken vom Stationärhandel gefüllt. Bei der Modekette John Lewis wird gut die Hälfte der Bestellungen instore abgeholt. Beim Spielzeugriesen Toys‘‘R‘‘Us versenden die Angestellten der Filialen ein Drittel der Onlinebestellungen. „Wer heute nicht in Omnichannel investiert, den wird man in zehn Jahren als Händler nicht mehr kennen“, ist von Brevern sicher. „Und für diese Vertriebsart benötigen Sie einen Internetzugang und einen Drucker. Mehr nicht.“

Best Practice aus der Schweiz stellte Daniel Röthlin vor, Chef des Medienkaufhauses Ex Libris. Unter seiner Ägide wurde die ehemalige Buchhandelskette zum multimedialen Einkaufstempel umgebaut. Stationär, online, mobil und per Callcenter können Kunden bei Ex Libris shoppen. Besonders liebten sie es, so berichtet Röthlin, Produkte online zu bestellen und in der Filiale abzuholen. Oder im Laden zu bestellen und sich die Ware portofrei nach Hause schicken zu lassen. Ein hürdenfreies Channel-Hopping sei der Schlüssel des Ex-Libris-Erfolgs: „Was in die Kasse eingetippt wird, ist im Onlineshop fünf Minuten später ausgebucht.“ Röthlins Appell an sein Publikum: „Nehmen Sie die Marktveränderungen als Chance – sie kommen sowieso.“

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