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Konjunktur: Unternehmen in Frühjahrsstimmung

Die positiven Konjunkturerwartungen sind eindeutig – dürfen aber nicht über bestehende Herausforderungen hinwegtäuschen. © Getty Images

Die positiven Konjunkturerwartungen sind eindeutig – dürfen aber nicht über bestehende Herausforderungen hinwegtäuschen. © Getty Images

So positiv wie seit fünf Jahren nicht mehr schätzen Einzelhandelsunternehmen die aktuelle Geschäftslage ein. Auch die Erwartungen für 2016 sind hoffnungsvoll. Während im Onlinebereich die Zeichen auf Wachstum stehen, kämpfen aber viele Händler in Innenstädten mit rückläufigen Frequenzen.

Das wirtschaftliche Umfeld für den Handel ist nach wie vor günstig. „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich positiv, die Einkommen steigen und die Zinsen sind niedrig“, betonte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturumfrage in Düsseldorf. Die guten Rahmenbedingungen hätten in der Branche in den ersten beiden Monaten 2016 für ein nominales Umsatzplus von 2,8 Prozent (real plus 2,2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesorgt. Die Einschätzung der Geschäftslage verbesserte sich im selben Zeitraum auf plus 13 Saldenpunkte und erreicht damit ein Fünfjahreshoch. Vor allem der Lebensmitteleinzelhandel, Einrichtungsgeschäfte und der Onlinehandel starteten gut ins neue Jahr.

Vor diesem Hintergrund sieht der HDE die Branche auf gutem Weg, die Umsatzprognose von plus zwei Prozent (real plus 1,5 Prozent) auf ein Gesamtvolumen von 481,8 Milliarden Euro für das Jahr 2016 zu erreichen. Wachstumstreiber bleibt dabei der Onlinehandel, dessen Umsätze nach HDE-Einschätzung in diesem Jahr um elf Prozent auf 46,3 Milliarden Euro zulegen werden. Zudem belegt die HDE-Umfrage die positive Entwicklung im E-Commerce: So erwarten knapp 70 Prozent der Multichannel-Händler steigende Umsätze für ihre Onlineshops und Marktplatzaktivitäten. Überdies planen 27 Prozent der Händler höhere Investitionen als im Vorjahr, was einem Plus von vier Prozentpunkten gegenüber dem Vergleichszeitraum entspricht. Schwerpunkte sind dabei Aktivitäten in den Bereichen Marketing und Kundenbindung sowie Geschäftsausstattung.

 

Agenda Konjunktur 2

 

Die gute Stimmungslage spiegelt sich auch in den Umsatzerwartungen der über 800 befragten Händler wider: 44 Prozent von ihnen erwarten Erlöse über Vorjahresniveau. Jedoch rechnet immerhin auch knapp ein Viertel der Unternehmen mit sinkenden Umsätzen. „Format-, branchen- und standortspezifische Entwicklungen prägen ein vielschichtiges Bild von der wirtschaftlichen Situation im Einzelhandel“, erläuterte Genth. Überraschenderweise sind es vor allem die Innenstadthändler, die sich sorgen. Erwarten über alle Lagen hinweg 58 Prozent der Kaufleute sinkende Kundenfrequenzen, sind es in den Haupteinkaufslagen 74 Prozent, so der Hauptgeschäftsführer. Als Ursachen macht der HDE vor allem den demografischen Wandel und die Digitalisierung aus.

Um den Innenstädten wieder zu alter Blüte zu verhelfen, fordert der HDE bessere Rahmenbedingungen für den Ausbau der Standorte. Verbesserungen seien nur durch enge Zusammenarbeit aller Beteiligten zu erreichen. Genth: „Handel und Kommunen müssen an einem Strang ziehen, um die Innenstädte attraktiv zu halten.“ Insbesondere bei den Ladenöffnungszeiten und bei der steuerlichen Benachteiligung von Innenstadtgeschäften sieht der Verbandschef Handlungsbedarf. Zudem müsse die Digitalisierung der Citylagen durch freien WLAN-Zugang und den Breitbandausbau vorangetrieben werden.

Um diese Ziele zu erreichen, hat der HDE gemeinsam mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund eine „Allianz für Innenstädte“ ins Leben gerufen. Die durch die Bundesländer tourende Veranstaltungsreihe begann Mitte April in Niedersachsen und bringt Vertreter des Handels mit Verantwortlichen aus Städten und Kommunen an einen Tisch. Die Intention ist, mit lokalen Entscheidungsträgern konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und der rechtlichen Rahmenbedingungen zu diskutieren.

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