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Die Ware leben: Vintageladen mit Plauschpotential

Im Second-Hand-Shop „Jimmy“ finden die Damen der Hansestadt seit nunmehr 16 Jahren alles, was schön und glücklich macht. Inhaber James Robert Blum hat im eigenen Laden auch etwas Besonderes gefunden: seinen Traumjob.

Die Warnung der Eltern war deutlich: „Junge, wenn du später mal ordentlich verdienen willst, darfst du auf keinen Fall Verkäufer werden.“ Doch da ist es längst geschehen um den damals 16-jährigen James Robert, der sich heute Jimmy nennt. Schon als Kind spielt er leidenschaftlich gern mit seinem kleinen Kaufmannsladen. Im Hort reißt er sich um die Rolle des Kaufmanns in einer Theateraufführung. Und später jobbt er als Jugendlicher engagiert als Aushilfe bei Graubner, einem Modehaus im niedersächsischen Lüneburg, Blums Heimatstadt. Halbherzig fügt sich Blum nach der Schulzeit zunächst in einen Kompromiss mit den Eltern: Er beginnt im Betrieb des Nachbarn eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Nach sechs Wochen steht er wieder im Jeansladen. Blum sagt: „In der Fabrik habe ich es einfach nicht ausgehalten.“

Heiß auf Mode: James und Mitarbeiterin Laura in seinem Geschäft im begehrten Hamburger Grindelviertel. © Ulrike Schacht

Heiß auf Mode: James und Mitarbeiterin Laura in seinem Geschäft im begehrten Hamburger Grindelviertel. © Ulrike Schacht

70 Quadratmeter misst Blums Laden „Jimmy. Second Hand & Drinks“ im wohlsituierten Stadtteil Rotherbaum. Neben Kleidern und Schuhen finden sich dort Accessoires wie Taschen, Sonnenbrillen und Schmuck – Vintageware, zum Teil renommierter Designer, die Blum auf Kommissionsbasis vertreibt. Wein, Sekt und Szenegetränke gibt es im Ausschank und zu erwerben, die Musik läuft gratis. Auf Teilflächen bieten Untermieter Düfte und Kosmetik, Fair-Trade-Kleidung sowie Kunst feil. Auch handgearbeitete Gamaschen und Manschettenknöpfe zählen zum Angebot. Es ist ein Stöberladen mit Aufenthaltsqualität und Plauschpotenzial. Sind alle sechs Mieter im Laden, ist er schon fast voll. Jimmy schwärmt von „toller Energie“. Dem Dampfplauderer selbst mangelt es daran jedenfalls nicht. Er sagt: „Es muss Spaß machen, sonst ist man nicht gut.“ Und: „Ich liebe Mode, ich liebe meinen Beruf!“

Blum ist aber mehr als ein enthusiastischer Fashionverkäufer, er hat auch das Fachliche drauf. Denn nach dem Fabrikdesaster machte sich sein Schülerjob bei Graubner bezahlt: Blum absolvierte in dem Modehaus eine fundierte Ausbildung zum Textilkaufmann und hängte noch ein Studium an der Textilfachschule in Nagold dran. Im Alter von 22 Jahren eröffnete er schon seinen ersten Laden in Sankt Georg. „Zu klein zum Leben, zu groß zum Sterben“, resümiert er heute die schwierigen Anfangsjahre. Einen kurzen, aber lukrativen Ausflug ins Geschäft des Barbetriebs beendete Blum der Liebe wegen: „Die Arbeitszeiten waren einfach nicht mit denen meines Mannes vereinbar.“

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Das Ende der Bar war im Jahr 2000 der Beginn von „Jimmy. Second Hand & Drinks“. Nicht immer war es einfach: die steigenden Mieten im Grindelviertel, die Konkurrenz auf Ebay, die Wettbewerber in den Innenstadtlagen. Doch Blum hat sich mit Elan und frischen Ideen durchgesetzt. Heute sagt der 37-Jährige: „In meinem Laden vermag ich alle meine Ambitionen zu vereinen: Ich verhelfe Frauen mit kleinem Budget zu modischer Markenware und ermögliche ihnen, ihre Konsumwünsche auf nachhaltige Weise zu erfüllen.“ Zudem freuten sich die Lieferantinnen, wenn ihre abgelegten Kleider neue Trägerinnen finden. So sind sie dann am Ende dank Jimmy schön und glücklich, die Damen der Hansestadt.

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