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Technik für eine bessere Logistik

© Sergey Nivens / Fotolia

Der Handel nutzt zahlreiche elektronische Tools, um seine Logistik zu optimieren. In Unternehmen mit langer IT-Historie wird die Technik aber oft erst dann zum Segen, wenn Schnittstellen eine effiziente Analyse unterschiedlicher Datenquellen ermöglichen.

Am Anfang war das Kassenbuch: Jedes buchführungspflichtige Unternehmen mit Bargeldverkehr muss es bis heute führen. Doch wer im 21. Jahrhundert das Kassenbuch als einzige Informationsgrundlage für sein Unternehmen nutzt, ist entweder in einem übersichtlichen Business unterwegs – oder bereits pleite.

Selbst kleine Einzelhandelsgeschäfte nutzen heute meist eine elektronische Warenwirtschaft, mit deren Unterstützung sie die Warenströme im Geschäftsprozess im Blick halten. So weiß der Händler genau, wie hoch der Lagerbestand eines bestimmten Produktes ist. Auch Buchungen über ein angeschlossenes Kassensystem oder einen Onlineshop werden heute direkt im System verbucht. Unternehmen können auswerten, wie gut sich welche Artikel verkaufen, und so eine Sortimentsoptimierung durchführen.

Immer mehr Technik soll dafür sorgen, dass sich der Kaufmann schnell und effizient einen Überblick verschafft und strategische Entscheidungen – etwa zum Einkauf, zu Marketingmaßnahmen oder gar zur Übernahme eines Konkurrenten – massiv erleichtert werden. Die Artikelerfassung und Warensicherung mittels Barcodes und RFID-Tags sind dabei gewissermaßen schon alte Hüte.

Die hohe Kunst des Handelns im Digitalzeitalter beherrscht wirkungsvoll nur, wer die existierenden Techniklösungen zur Artikelerfassung und Artikelsicherung (Barcode, RFID), Inhouse-Tracking sowie die Warenwirtschaft zusammenführt und alles in Echtzeit auswertet. Genau das aber stellt vor allem große Handelsunternehmen oft vor eine massive Herausforderung. Häufig kämpfen sie mit heterogenen Datenverarbeitungslandschaften und zahlreichen Subsystemen. Der Informationsaustausch zwischen den eingesetzten Anwendungen wird somit oft umständlich und hakelig.

System ins Chaos bringen

Überspitzt dargestellt, geschieht dann trotz Hightechinvestitionen Folgendes: Das Warenlager weiß nicht, was gerade am POS geschieht, der Onlineshop benötigt andere Produkte als der stationäre Outlet, der Marketingabteilung fehlt der Durchblick, welche Produkte verstärkt beworben werden sollten. Kurzum: Die Planung und Steuerung der Warenflüsse läuft alles andere als reibungslos und ganz sicher nicht in Echtzeit.

So geraten gerade traditionelle Handelsunternehmen rasch ins Nachsehen gegenüber dem „jungen“ Onlinehandel. Die Online- Anbieter operieren vielfach erst seit ein paar Jahren am Markt, ihre IT-Landschaften sind entsprechend modern strukturiert und leistungsfähig. Doch ganz gleich, ob traditionelles Handelshaus oder Online-Start-up: Im Zeitalter der Digitalisierung etabliert sich über der Warenwirtschaft die Business- Intelligence-(BI-) Lösung als weiteres Element für einen noch besseren Überblick.

Zwar steht die extrem schnelle Datenanalyse allen BI-Nutzern gleichermaßen zur Verfügung. Aber gerade jene Unternehmen, bei denen die Datenauswertung aus verschiedensten Quellen bislang mangels passender Schnittstellen hakte, machen mittels BI womöglich den entscheidenden Schritt nach vorn. „Bei modernen BI-Lösungen spielt es fast keine Rolle mehr, woher die Daten kommen und welches Dateiformat sie haben. Von SAP bis Excel können sämtliche gängigen Datenquellen analysiert und in Beziehung zueinander gesetzt werden“, erklärt Wolfgang Kobek, Managing Director DACH & Regional Vice President beim BI-Anbieter Qlik aus Düsseldorf.

„Vor allem drei Trends spielen hier eine Rolle: Mit Mobile-BI können Daten jederzeit von jedem Endgerät aus analysiert werden, also selbst mittels Tablet im Warenlager. Self-Service-BI gibt Datenanalyse – und damit Wissen – in die Hände der Fachabteilungen und Anwender. Und die Integration von externen Daten, wie Geodaten, Supply- und Demand-Chain-Daten oder Social-Media-Informationen, ermöglicht es beispielsweise, die Qualität und Liefertreue von Lieferanten oder die Nachfrageentwicklung um mehr Komponenten zu erweitern“, führt Kobek weiter aus.

Erfahrung kann sich auszahlen

Der „Erfahrungsschatz“, den so manches etablierte Handelsunternehmen bisher eher als Ballast wahrgenommen haben mag, könnte sich womöglich doch noch als Vorteil zur dynamischen, aber unerfahrenen Onlinekonkurrenz erweisen: Gute BI-Systeme können heute weitaus mehr als nur Daten aufbereiten und betrachten. Das Stichwort heißt: Predictive Analytics. Hierbei werden historische Datenbestände dazu genutzt, um gezielt vorausschauende Analysen zu generieren. Unternehmen haben damit den Vorteil, aus ihren Daten zu lernen und auf der Basis von Unternehmenserfahrung besonders erfolgversprechende Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

„In Zeiten zunehmender Internationalisierung wird es für Unternehmen immer entscheidender, dass sie ihre Datenbestände gezielt für ihren Erfolg einsetzen.“ Roland Hölscher, CEO Arcplan

„In Zeiten von Big Data und der wachsenden Internationalisierung von Strukturen wird es immer entscheidender für Unternehmen, dass sie ihre Datenbestände gezielt für ihren Erfolg einsetzen. Viele Unternehmen sind sich jedoch überhaupt nicht darüber bewusst, welch enormen Nutzen sie in diesem Zusammenhang aus ihren BI-Lösungen ziehen können“, meint denn auch Roland Hölscher, CEO beim BI-Anbieter Arcplan.

Kurzum: Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihre Kunden und deren Bedürfnisse besonders gut verstehen und in den richtigen Kontext zu setzen wissen. Eine BI-Lösung kann hierbei eine enorme Hilfe sein – sofern es uneingeschränkt gelingt, dass alle relevanten Daten automatisiert zusammengeführt werden.

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