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Wie der Wandel im Handel gelingt

Gleich fünf Preisträger konnten sich in diesem Jahr über die Auszeichnung als „Store of the Year“ freuen. Sie sind wegweisende Vorboten einer neuen Ära des Shoppings.

Sebastian Deppe von der BBE Handelsberatung brachte die Stimmung des Abends auf den Punkt: „Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Einzelhandels muss man sich keine Sorgen machen.“ Woher das Mitglied in der Jury für den Award „Store of the Year“ diese schöne Gewissheit nahm, konnten auch die Anwesenden im voll besetzten Festsaal des Swissotel Berlin nachvollziehen: Man hätte den begehrten Preis eigentlich allen nominierten Läden verleihen können. Der stationäre Einzelhandel präsentiert sich nicht nur mit überraschenden Ideen und hochwertigem Design, sondern auch mit individuellen Multichannel-Ansätzen und regionalisierten Angeboten. Viele neue Konzepte fügten sich zudem nicht mehr in die traditionellen sortimentsspezifischen Shopkategorien, betonte Michael Reink vom HDE. Nicht nur für ihn ein Zeichen des chancenreichen Wandels im Handel.

 

FashionFashion: Hellner Moden, Westerland/Sylt

Die Renovierung seines Stammhauses verband das gut 60 Jahre alte Familienunternehmen mit einer Rückbesinnung auf seine Wurzeln und den Charakter seines Standorts. Das fällt auf Sylt natürlich nicht schwer; schließlich zieht es die Menschen genau deswegen dorthin: das Meer, der Wind, die erdigen Farben, die Natur. Diese Qualitäten hat Hellner in ein Store-Design übersetzt, das sogar globalen Fahion-Labels Bodenhaftung verleiht.

 

SaturnOut of Line: Saturn Connect, Köln

Wer glaubt, die Produkte der Digitalisierung ließen sich am besten auch digital verkaufen, kann sich in der Kölner Innenstadt vom Gegenteil überzeugen lassen. Dort werden die Kunden von kleinen Robotern durch den Laden begleitet, und das Personal gibt an Tablets Auskunft über das gesamte Sortiment. Offline? Online? Das spielt in dem 500 Quadratmeter großen Laden wirklich gar keine Rolle mehr.

 

Demografischer Wandel und Digitalisierung setzen die Handelsimmobilienbranche unter Druck. Auf dem Branchenkongress waren innovative Konzepte gefragter denn je.

 

Eataly3Food: Eataly, München

Es war einmal eine alte Markthalle im Münchner Stadtzentrum. Trotz ihrer guten Lage lief es mit dem Handel dort über Jahre nicht so gut. Bis zum November 2015: Seitdem ist die Schrannenhalle am Viktualienmarkt eine Filiale von Eataly, dem weltweit erfolgreichen Anbieter italienischer Lebensart. Dort kann man jetzt einkaufen, gut essen und trinken oder einfach nur schlendern, schauen und sich ein wenig florentinisch fühlen.

 

LivingLiving: Seipp Wohnen, Waldshut-Tiengen

Normalerweise stehen alteingesessene Möbelhäuser, zumal in kleinen Orten, auf der roten Liste der bedrohten Arten. Dass man mit Tradition, Selbstbewusstsein und Risikofreude sogar der Konkurrenz aus Schweden und dem Internet trotzen kann, beweist das Familienunternehmen Seipp in der badischen Kleinstadt Waldshut-Tiengen an der Grenze zur Schweiz. Den Umbau des innerstädtischen Geschäfts verbanden die Inhaber mit einer modernen Erweiterung sowie dem Einbau eines Blockheizkraftwerks. Der neu gestaltete Laden bietet mit seinem weißen Gussboden und den großzügigen Verkaufsräumen einen aparten Rahmen für hochwertige Möbel und Wohnaccessoires.

 

VfBSonderpreis: VfB-Fan-Center, Stuttgart

Auch wenn nach dem Spiel immer vor dem Spiel ist, brauchen echte Fußballfans einen Ort, an dem sie sich wie mitten im Spiel fühlen können. Mit der Fanarena des VfB Stuttgart ist es nun einer Bundesligamannschaft gelungen, der Leidenschaft ihrer Anhänger sozusagen die Tiefe des Raums in Gestalt eines Shops zu öffnen: dynamische Linien, großzügige Präsentationsflächen, übersichtliche Struktur, moderne PoS-Systeme. Erstklassig.

 

Fotos: © Presse „Store of the „Year; Martin Hangen

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