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HDE-Konjunkturprognose: Die Zeichen stehen günstig

2015 verzeichnete der Handel das höchste Wachstum seit 20 Jahren. Die positive Umsatzentwicklung des Vorjahres könnte sich in der Branche 2016 fortsetzen. Die Konjunkturprognose des HDE gibt Anlass zu Optimismus.

Der deutsche Einzelhandel kann mit dem abgelaufenen Jahr mehr als zufrieden sein. Vor dem Hintergrund wachsender Beschäftigung, spürbarer Lohnzuwächse und weitgehender Preisstabilität verzeichnete die Branche beeindruckende Zuwachsraten: Mit einem Umsatzplus von nominal 3,1 Prozent erlebte der Handel 2015 das stärkste Wachstum seit 20 Jahren. Zugpferd war – wie bereits im Vorjahr – das Onlinegeschäft, das um 20 Prozent zulegen konnte. Auch das in diesem Jahr spät gestartete Weihnachtsgeschäft trug mit einem Volumen von 87,2 Milliarden Euro (plus 2,6 Prozent) zur positiven Entwicklung bei.

© Handelsjournal 02/2016

© Handelsjournal 02/2016

Überdurchschnittlich entwickelte sich der Einzelhandel mit Kosmetik und Körperpflegeprodukten, Fahrrädern und Wohnmöbeln. Wichtigste Ursache dieser erfreulichen Zuwächse ist die weiterhin gute gesamtwirtschaftliche Situation in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2015 um 1,7 Prozent, die Ausgaben der privaten Haushalte stiegen preisbereinigt um 1,9 Prozent. Befördert wurde diese Entwicklung nicht zuletzt durch die niedrigen Energiepreise. Der starke Ölpreisverfall hat die privaten Haushalte im vergangenen Jahr um über zwölf Milliarden Euro entlastet.

Viele Indikatoren sprechen dafür, dass sich die gute Konjunkturentwicklung auch im laufenden Jahr zunächst fortsetzen wird. Laut einer Umfrage des Ifo-Instituts wird das Geschäftsklima trotz einer zuletzt leichten Eintrübung von den Unternehmen mehrheitlich als gut bewertet. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate zeigen eine weiterhin positive Tendenz. Vor diesem Hintergrund erwartet der HDE für das laufende Jahr einen Einzelhandelsumsatz von 481,8 Milliarden Euro, was einem Wachstum von rund zwei Prozent (9,4 Milliarden Euro) entsprechen würde.

„Die Multichannel-Händler rechnen für das laufende Jahr mehrheitlich mit einer Steigerung ihrer Onlineumsätze.“ Stefan Genth, HDE-Hauptgeschäftsführer

Nicht nur das positive Umfeld, auch die fortschreitende Digitalisierung des stationären Geschäfts sorgen bei den Verbrauchern für Kauflaune: „Die Multichannel-Händler rechnen für das laufende Jahr mehrheitlich mit einer Steigerung ihrer Online-Umsätze“, berichtete HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bei der Präsentation des Konjunkturberichts des Verbandes in Berlin. Insgesamt prognostiziert der HDE im laufenden Jahr einen Onlinezuwachs um elf Prozent auf dann 46,3 Milliarden Euro. „Wir gehen bei unserer Prognose davon aus, dass das höhere Wachstum des Vorjahres auch Ergebnis eines gewissen Nachholbedarfs insbesondere im Bereich langlebiger Gebrauchsgüter war und diese Effekte nun auslaufen“, erläuterte Genth.

Die erfreuliche Konjunkturentwicklung des vergangenen Jahres hat auch zu einem höheren Beschäftigungsniveau in der Branche geführt. Mitte Juni 2015 waren rund 28 000 Beschäftige mehr im Handel tätig als noch im Vorjahr. Die Veränderung ergibt sich aus einem Zuwachs von knapp 63 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und einem Rückgang um knapp 35 000 bei den Minijobs. Im Vergleich zum Jahr 2011 ging die Zahl der im Rahmen von Minijobs Beschäftigten sogar um rund 100 000 zurück. Eine positive Entwicklung, findet Genth: „Wir begrüßen es sehr, dass die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse im Handel kontinuierlich zunimmt.“

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