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Konsum 2016: gute Aussichten

Die gute Konsumlaune der Deutschen ist ungebrochen – und wird nach Prognosen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) auch 2016 weiter steigen. Laut Prognose werden die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2016 real um 2 Prozent steigen.

Für die gesamte Europäische Union erwartet die GfK einen Anstieg zwischen 1,5 und 2 Prozent. In Deutschland wird der private Konsum etwas stärker wachsen als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Auch der Einzelhandel wird von den steigenden Konsumausgaben profitieren.

Foto: fotolia

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Der Lebensmitteleinzelhandel wird voraussichtlich um 1,5 Prozent auf 173,2 Milliarden Euro wachsen. Die weiterhin steigenden Qualitätsansprüche der Verbraucher werden den Trend zur Nachfrage nach hochwertigen Produkten stützen. Zudem wird sich auch das aus der Migration ergebende Bevölkerungswachstum in einer mengenmäßig steigenden Nachfrage niederschlagen.

Im Non-Food-Handel sieht es sogar noch etwas besser aus. Er wird voraussichtlich um 1,7 Prozent auf 170,5 Milliarden Euro zulegen. Sicherlich werden auch im Jahr 2016 Ausgaben für hochwertige Güter wie beispielsweise Möbel im Vordergrund stehen. „Im vergangenen Jahr haben die Verbraucher vor allem ihre Ausgaben für den langfristigen Bedarf sowie für den Erlebniskonsum erhöht“, erläuterte Dr. Wolfgang Adlwarth, Handelsexperte der GfK. So stiegen die Ausgaben für Renovierungen beispielsweise um 9 Prozent. Für Urlaubs- und Privatreisen gaben die Deutschen 10 Prozent mehr aus als noch im Jahr zuvor. Insgesamt 6 Prozent mehr wurden für neue Autos ausgegeben.

Wie im vergangenen Jahr geht die GfK davon aus, dass der private Konsum auch 2016 eine wesentliche Stütze für die Konjunktur sein wird – und zwar sowohl in Deutschland als auch in Europa. Gründe dafür sind die allgemein steigende Wirtschaftskraft und der damit zu erwartende Personalaufbau in vielen Unternehmen. Die Arbeitslosigkeit wird somit weiter sinken. Auch die Energiepreise, vor allem Benzin und Rohöl, werden niedrig bleiben. Sie halten die Inflation gering, und den Verbrauchern verbleibt mehr Geld im Portemonnaie.

Gründe für zurückhaltende Prognose

Die GfK-Prognose für Deutschland ist in diesem Jahr zurückhaltend gestellt. Dafür gibt es folgende Gründe:

  1. Eine Lösung der Flüchtlingskrise ist derzeit nicht in Sicht. Eine mögliche Abschottung einzelner Länder, ein Scheitern des Schengener Abkommens und damit wieder geschlossene Grenzen hätte deutliche Auswirkungen auf die Exportnation Deutschland.
  2. Die Terrorgefahr in Europa, aber auch in Deutschland: Sollten sich weitere Anschläge ereignen, könnte dies die Verbraucher verunsichern und sich deutlich negativ auf ihren Konsum auswirken.
  3. Bisher stützen die abstürzenden Energiepreise die Wirtschaft noch. Mittel- und langfristig können sie jedoch dazu führen, dass die betroffenen Branchen ihre Investitionen verringern müssen. Dies könnte sich durch Entlassungen negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken und auch bei deutlich mehr als den betroffenen Arbeitnehmern die Furcht vor Arbeitslosigkeit erhöhen. In diesem Fall werden wieder mehr Menschen das ihnen zur Verfügung stehende Geld für möglicherweise schlechtere Zeiten trotz extrem niedriger Zinsen sparen und nicht für den Konsum verwenden.
  4. Die anhaltende wirtschaftliche Schwächephase in den aufstrebenden Volkswirtschaften wie Brasilien, Russland und vor allem China. Dadurch können die Exportaussichten der deutschen Wirtschaft nachhaltig beeinträchtigt werden.

 

 

 

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