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Konsumklima in Europa verbessert sich deutlich

Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa für das erste Quartal 2015 stimmen optimistisch – sogar die Griechen sind hoffnungsvoll.

Die Stimmung der Verbraucher in Bezug auf die konjunkturelle Entwicklung in den einzelnen europäischen Staaten entwickelte sich im ersten Quartal 2015 gut. Das zeigen die Ergebnisse der Studie GfK Konsumklima Europa, die regelmäßig im Auftrag der EU-Komission in allen Ländern der Europäischen Union durchgeführt wird.  Besonders optimistisch sind die Verbraucher in west- und südeuropäischen Ländern. Ihrer Meinung nach werden sie deutlich vom allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Trotz überwiegend guter Konjunkturdaten zeigten sich die Menschen in Osteuropa deutlich skeptischer. Hier werden der Einfluss des Kriegs in der Ukraine sowie die Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen gegen Russland deutlich.

Europa erholt sich damit zunehmend von der Finanz- und Wirtschaftskrise. Aktuell korrigieren Wirtschaftsexperten ihre Voraussagen für 2015 in vielen Ländern nach oben. In Deutschland beispielsweise werden aktuell 1,8 Prozent erwartet, in Spanien 2,8 Prozent, für die Euro-Zone 1,3 Prozent und für die gesamte EU 1,7 Prozent.

Die Gründe für die überraschend gute konjunkturelle Entwicklung sind vielfältig. Zum einen greifen inzwischen die Reformbemühungen, die in den Krisenstaaten, aber auch in vielen anderen Ländern durchgeführt wurden und werden. Zum anderen ist der Ölpreis so niedrig wie seit Jahren nicht. Das macht für viele Unternehmen die Herstellung sowie den Transport ihrer Waren günstiger.

Sichere Rahmenbedingungen lassen Deutsche Geld ausgeben

Die Wirtschaft in Deutschland entwickelt sich besser als erwartet. Konjunkturexperten korrigierten erst kürzlich ihre Prognosen nach oben. Aktuell erwarten sie in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. Diese positiven Rahmenbedingungen wirken sich auch auf die Anschaffungsneigung der Deutschen aus. Sie ist im ersten Quartal um 13,9 Punkte auf aktuell 63 Punkte gestiegen.

Franzosen hoffen, vom europäischen Aufschwung zu profitieren

Die positiven Tendenzen in Europa scheinen auf Frankreich bisher nur wenig Einfluss zu haben. Die Wirtschaft wächst weiterhin nur sehr langsam. Doch die Verbraucher hoffen offenbar darauf, vom europaweiten Wirtschaftswachstum profitieren zu können. So ist die Konjunkturerwartung in den vergangenen drei Monaten um 26 Punkte auf 10,3 Punkte angestiegen. Dies ist der höchste Wert seit Februar 2010.

Briten wollen wieder konsumieren

Offenbar bleibt den britischen Verbrauchern zum ersten Mal seit Jahren am Monatsende wieder Geld übrig, das sie zögerlich auch für größere Anschaffungen verwenden möchten. Entsprechend ist die Anschaffungsneigung in den vergangenen drei Monaten um 11,5 Punkte auf 8,8 Zähler gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Juni 2006. Vor einem Jahr lag der Indikator mit -10,9 Punkten noch deutlich im negativen Bereich.

Italienische Verbraucher hoffen auf Wirtschaftsaufschwung

Zwar wächst die italienische Wirtschaft nach wie vor nicht, die Verbraucher rechnen jedoch offensichtlich damit, dass auch sie von dem allgemeinen Aufschwung in Europa profitieren werden und die Wirtschaftsleistung ihres Landes zumindest nicht weiter zurückgeht. Zwar liegt die Konjunkturerwartung mit -4,2 Punkten noch im negativen Bereich. Das ist jedoch der höchste Wert seit April 2010. Seit Dezember stieg der Indikator um 31,2 Zähler. Vor genau einem Jahr verzeichnete er lediglich -21,4 Punkte.

Auch die Einkommenserwartung der Italiener entwickelte sich in den vergangenen Monaten sehr positiv. Der entsprechende Indikator lag im März bei -3,8 Zählern. Das sind 16,6 Punkte mehr als im Dezember. Diese positive Grundstimmung scheint sich auch auf die Ausgabebereitschaft der italienischen Verbraucher zu übertragen. So ist die Anschaffungsneigung seit Dezember um 19,7 Punkte auf 3,9 Zähler gestiegen. Der Indikator liegt zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder im positiven Bereich. Höher lag er zuletzt im August 2000.

Spanien: Konjunkturerwartung so hoch wie noch nie

Spanien scheint die Finanzkrise endgültig hinter sich zu lassen. Die Wirtschaft wächst stark. In diesem Jahr rechnen Experten mit einem Anstieg um 2,8 Prozent. Die Verbraucher teilen diesen Optimismus. Die Konjunkturerwartung ist im ersten Quartal um 16,3 Punkte auf 41,1 Zähler gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1986.

Wenn die Wirtschaft so stark zulegt, hat das auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Bereits im vergangenen Jahr ist die Arbeitslosigkeit in Spanien kontinuierlich gesunken. Die Verbraucher gehen offenbar davon aus, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessern wird und zunehmend mehr Menschen wieder in Lohn und Brot gelangen. Mehr als die Dinge des täglichen Lebens können sich viele spanischen Verbraucher aber nach wie vor nicht leisten. Doch auch die Anschaffungs-neigung profitiert leicht von dem Optimismus.

Griechen hoffen auf wirtschaftlichen Aufschwung mit Syriza

Der Sieg der linken Partei Syriza bei den Neuwahlen Ende Januar hat die Stimmung der Griechen gedreht. So ist die Konjunkturerwartung von Dezember bis März um 30,6 Zähler auf 14,3 Punkte gestiegen. Bis Februar (15,7 Zähler) betrug der Zugewinn sogar 32 Punkte. Das war der höchste Wert seit April 2004. Offenbar setzen die griechischen Verbraucher darauf, dass Löhne und Gehälter in den nächsten Monaten wieder zuverlässig gezahlt werden und außerdem mehr Menschen Arbeit finden. Nur so ist der ebenfalls enorme Anstieg der Einkommenserwartung in den letzten drei Monaten um 29,1 Punkte auf 6,9 Zähler zu erklären. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2009. Allein von Januar zu Februar gewann der Indikator 26,1 Punkte. Bisher reicht es bei den meisten Griechen jedoch nach wie vor nur zum Allernötigsten. Ausgaben, die über den täglichen Bedarf hinausgehen, können sie sich nicht leisten. Die Anschaffungsneigung ist im ersten Quartal sogar wieder deutlich gefallen. Sie lag im März bei -36,8 Zähler.
Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie unter www.gfk.com/de.

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