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Log 2015: Die Zukunft der Logistik beginnt jetzt

(c) EHI/ GS1

Mit Innovationstechnologien und visionären Plänen will die Logistikbranche internationalen Krisen trotzen und dem veränderten Konsumentenverhalten gerecht werden. Auf der Log 2015 stellten Topredner eindrucksvolle Methoden dafür vor.

Die Log ist Pflichttermin für die Logistikbranche – und so trafen sich Handelslogistiker, Hersteller und Dienstleistungspartner zu Vorträgen von Topreferenten, zum Diskutieren und zum Netzwerken vom 17. bis 18 März auf dem 21. Handelskongress in Köln: EHI, GS1 Germany und Markenverband waren gemeinsame Veranstalter des Events.

Wer vor dem Hintergrund internationaler Krisen und Themen wie dem wachsenden Verkehrsaufkommen, Nachhaltigkeit und der zunehmenden Digitalisierung wettbewerbsfähig bleiben möchte, kommt nicht an der Prozessoptimierung logistischer Abläufe vorbei. Dass manchmal bereits die effizientere Nutzung von Paletten um jeweils wenige Millimeter zu enormen Einsparen führt und visionäre Ideen wie die Auslieferung mittels Drohnen längst zu zukunftsträchtigen Plänen geworden sind, haben die Referenten national und international agierender Unternehmen auf der Log 2015 nachdrücklich und anschaulich aufgezeigt.

Digitalisierung in die Filialen bringen

Um den steigenden Kundenanforderungen gerecht zu werden, entwickeln Handel, Hersteller und Wissenschaft manchmal sogar Hand in Hand neue, attraktive Lösungen – so etwa für den Knauber Innovation Store, dessen Kern ein 250 Quadratmeter großes Trend Center im Bonner Knauber Freizeit Markt bildet. Mittels Präsentationen in Form kleinerer Messestände werden Kunden dort explizit zum Ausprobieren neuer Produkte, digitalisierter Techniken und zur direkten Einflussnahme auf Produkte und Dialogaufnahme mit dem Hersteller angeregt.

(c) EHI/ GS1

Nektarios Bakakis

Gemeinsam mit der Alpina Farben GmbH ist so etwa der Alpina 3D-Colour-Designer entstanden, mit dem Kunden sich virtuell mittels Beamertechnik in einer abgedunkelten Box ein authentisches Bild ihrer gewählten Wandfarbe samt Fußbodenbelag machen können, als säßen sie in ihrem eigenen Zuhause. „Shopping ohne Grenzen“ möchte Knauber-Geschäftsführer Nektarios Bakakis seinen Kunden in den Knauber-Filialen bieten. Bakakis weiß, dass seine Produkte nicht lebensnotwendig und zudem allesamt auch online bei zahlreichen Mitbewerbern erhältlich sind. Umso wichtiger sei es, Kunden mit innovativen Leistungen im Geschäft vor Ort zu begeistern und damit zu binden. Knauber beweist damit, dass der stationäre Handel nicht dem Onlinehandel weichen muss, sondern sich mit virtuellen Techniken nachhaltig einen echten Wettbewerbsvorteil schaffen kann.

Die vollständige Digitalisierung der Welt und Multi-Channeling hält Stefan Seiß, Vorstand Supply Chain der Coca-Cola AG, bereits jetzt für Realität. „Vier Milliarden Menschen weltweit besitzen ein Smartphone. Dreieinhalb Milliarden eine Zahnbürste.“ Das seien Zahlen, die man nicht unbedingt hören möchte – denen man sich aber, auch als Produzent, stellen müsse.

„Get Happy“ – mit der neuen Coca-Cola App

Mit der hauseigenen App „Get Happy“ will der Erfrischungsgetränke-Hersteller seinen Kunden aus der Gastronomie wie auch Endverbrauchern ein digitales Goody bieten und die Bindung steigern. Vorteile für den Gastronomen: Die Technik – also die App – bringen die Gäste selbst mit. Coca-Cola übernimmt für teilnehmende Gastro-Kunden den kompletten Service, sprich: die Integration des Lokals in die Übersichtskarte der App und das Angebot der digitalen Stempelkarte, die Gäste bei jedem Besuch befüllen können und für die sie bei zehn Stempeln ein Treueprodukt, etwa einen Softdrink, vom Gastronom bekommen. „Das ist die Digitalisierung des Supply Chain Managements“, sagt Stefan Seiß und glaubt fest an die Vermarktungschancen der Gastronomen bei gleichzeitiger Belohnung der Gäste fürs Wiederkommen.

Stefan Seiß

 

Auf die Nachschubversorgung am PoS im stationären Handel hat sich Karl-Heinz Wehking verschrieben, der am Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart den Seilroboter entwickelt hat, mit dem die Regalbeschickung durch völlige Automatisierung revolutioniert werden soll. Zeit- und Personalersparnisse sowie ein höherer Komfort für Kunden könnten die neue Art der Nachschubversorgung zur attraktiven Investition für Händler machen. Schließlich würden 50 Prozent der Kosten in der Filiale im Management von Regalbefüllung und Warenverräumung entstehen. Bis der Seilroboter reif für den freien Markt ist, muss er jedoch noch viele Testrunden im Stuttgarter Institut drehen.

Drohnen-Hersteller will Lieferdienste revolutionieren

Dem Skycart-Gründer Lukas Wrede reicht die Optimierung des stationären Handels nicht: „Das Produkt muss zum Kunden kommen“, bestenfalls am gleichen Tag oder sogar innerhalb von 30 Minuten. Das sei die Zukunft des Supply Chain Managements – und Wrede möchte sie mit den Drohnen, die er mit seiner Firma Skycart vertreiben will, auf revolutionäre Art mitgestalten. Last-Minute-Geschenke, Blumen, Medikamente in kürzester Zeit auf dem Luftweg erhalten – das, so Wrede, würde auch von Konsumenten gut angenommen werden: US-Studien zufolge seien Kunden nicht nur bereit den Drohnen-Lieferservice zu nutzen, jeder Dritte würde sogar bis zu 20 Euro für Lieferungen innerhalb einer Stunde zahlen. Durchaus denkbar erscheint das im Falle von nächtlichem Unwohlsein, wenn die Alternative sonst nur lautet: kilometerweites Fahren jenseits von Mitternacht zum nächsten – oft weit entfernten – Apotheken-Notdienst.

Wrede

Lukas Wrede

 

Weniger Freizeit, als auch die Bequemlichkeit, als Kunde selbst aktiv zu werden, um Produkte im stationären Handel zu erwerben, hält Lukas Wrede für zwei wesentliche Gründe für den künftigen Erfolg seines Geschäfts. Interesse an einer Zusammenarbeit mit Skycart sollen bereits mehrere, international agierende Unternehmen gezeigt haben. Bis es zur Umsetzung kommt, wird es jedoch noch dauern: Zumindest in Deutschland stünde der regulären Drohnen-Auslieferung noch eine völlige Modifizierung des Luftfahrtgesetzes bevor.
Lean and Green-Award für fünf Unternehmen

Die Logistik über gewohnte Transportmittel scheint demnach letztlich vorerst kein Abbruch zu drohen; Und um die noch effizienter zu nutzen, lassen sich Unternehmen einiges einfallen: Im Falle der im Rahmen der Log mit dem Lean and Green-Award ausgezeichneten Unternehmen geht es nicht nur um Kosteneffizienz, sondern auch um das Einsparen von Kohlendioxid zum Wohle der Umwelt. Eckes Granini Deutschland, BLG Handelslogistik, Lidl und Wepa haben für ihre entwickelten Maßnahmenpläne von der GS1 Germany den begehrten Award erhalten und müssen in den nächsten fünf Jahren beweisen, dass diese aufgehen: 20 Prozent an Treibhausgasen gilt es einzusparen – etwa durch die Sensibilisierung von Mitarbeitern für den Schutz von Energien oder die effizientere Auslastung von Paletten. Bereits wenige Millimeter Optimierung machen zahlreiche Leerfahrten wett und verbessern so letztlich die gesamte Supply Chain.

Der 21. Handelskongress zeigte innerhalb von zwei Tagen vielfältige, innovative Möglichkeiten auf, die Herausforderungen der nächsten Jahre erfolgreich zu bestehen und die Logistikbranche maßgeblich zu verbessern – ökonomisch, ökologisch und zukunftsträchtig.

 

Informationen zur Log und Impressionen zur diesjährigen Veranstaltung finden Sie hier.

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