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Das Drehkreuz im Supermarkt schützt vor Dieben!

Was tun gegen Diebstahl? Die Lebensmittler Hans-Jürgen Honner (Edeka) und Hans-Gerd Jahn (Rewe) diskutieren.

Pro

Ohne Portamat geht es nicht! Wenn es uns vom Platz her möglich wäre, würden wir sogar doppelte Eingangsschranken aufbauen. Die Portale in unseren Märkten sind mit transparenten Schranken ausgestattet, die in grüner Schrift unser Logo tragen — das sieht richtig gut aus. Wenn sie offen sind, leuchten die Eingänge grün. Wenn allerdings ein Kunde verbotenerweise durch die Portale heraus geht, leuchten sie rot, außerdem spricht der Portamat den Kunden an — das alles sorgt für Aufmerksamkeit. Diese Aufmerksamkeit stellt ein wirksames Hindernis für potenzielle Diebe dar. Für Profis ist das kein Hindernis, die kommen ohnehin an den Schranken vorbei. Deshalb überwachen wir alle Märkte zusätzlich mit Videoanlagen.

In der Vergangenheit hatten wir auch Märkte ohne Schranken. Leider mussten wir dort die negative Erfahrung machen, dass manche Kunden mit unbezahlter Ware durch den Eingang wieder hinausspazieren. Deshalb haben wir nachgerüstet und übrigens auch unseren neuen Markt in Ruhmannsfelden von Anfang an damit ausgestattet. Ob die Schranken ein Hemmnis darstellen, also ehrliche Kunden sich abgeschreckt fühlen? Das sehe ich nicht, denn die Aufbauten sind optisch einladend. Außerdem: Wer nichts Böses im Schilde führt, empfindet die Schranken sicher nicht als Hemmnis.

Hans-Jürgen Honner,  Inhaber Edeka Stadler und Honner, Nieder- und Oberbayern

Contra

Im modernen Supermarkt haben Drehkreuze im Eingangsbereich nichts zu suchen. Sie stellen ein Fossil aus dem letzten Jahrhundert dar und sind zudem ein nahezu unüberwindbares Hindernis für Rollstuhlfahrer, Mütter mit Kinderwagen und Senioren mit Gehhilfen wie beispielsweise Rollatoren.

Auch für Mütter mit Babyschalen sind Drehkreuze nur unter größten Schwierigkeiten zu passieren. Das passt nicht zu unserer Vertriebsphilosophie, unseren Kunden moderne, offene und freundliche Märkte zu bieten. Auch für (Doppel)-Portamat-Anlagen sehe ich, bezogen auf unsere Vertriebstypen, kaum Einsatzmöglichkeiten. Der größte Nachteil: Sie benötigen erheblichen Platz. Gerade bei kleineren, innerstädtischen Verkaufsflächen ist dies nur schwer umsetzbar. Unser Convenience-Format Rewe to go wäre mit einer Portamat-Anlage undenkbar.

Obwohl von den Befürwortern oft die Diebstahlprävention bei einer Entscheidung für Drehkreuz oder Eingangsanlage ins Feld geführt wird, bieten sie keinen wirklich zuverlässigen Schutz vor Langfingern. In der Regel wird ein Kunde, der einen ganzen Einkaufswagen durch die Obst- und Gemüse-Abteilung hinausschieben will, von den Kassenmitarbeitern bemerkt. Der „erfolgreiche“ Diebstahl findet in ruhigen, unübersichtlichen Ecken statt.

Hans-Gerd Jahn, Funktionsbereichsleiter Shop- und Einrichtungs-konzepte, Rewe Markt GmbH

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