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Verkauf an Edeka fordert die Wettbewerber heraus

Der Handelskonzern Tengelmann verkauft sein Supermarktgeschäft. Die derzeit existierenden 451 Filialen sollen an den deutschen Marktführer Edeka gehen. Das Geschäft werde im nächsten Sommer unter Dach und Fach sein.Das Bundeskartellamt deutete allerdings Bedenken an. Der Name Tengelmann soll nach der Übernahme verschwinden, die Zukunft des Markennamens

Kaiser’s ist noch offen. Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub, sagte er sehe keine Alternative zu dem Verkauf. Seit 15 Jahren schreibe die Kette rote Zahlen. Alle Sanierungsbemühungen seien gescheitert. Mit einem Marktanteil von nur 0,6 Prozent sei die Supermarktkette zu klein, um sich am Markt gegen die großen Konkurrenten wie Edeka oder Rewe behaupten zu können.

Die Standorte der Kaiser’s Tengelmann Supermärkte sind ohnehin nur noch in Berlin und Umgebung, in München und Oberbayern und in Teilen Nordrhein-Westfalens zu finden. Scheitere der Verkauf an Vorbehalten des Kartellamts, drohe im schlimmsten Fall die Schließung der Filialen und das Aus für fast 16 000 Arbeitsplätze, sagte Haub und fügte hinzu: „Zu erkennen, dass der Verkauf unseres Supermarktunternehmens letztlich unausweichlich wurde, war für meine Familie und mich persönlich sehr schwer“.

Das Bundeskartellamt signalisierte allerdings massive Bedenken gegen das Vorhaben. Eine Studie der Wettbewerbshüter hatte erst kürzlich ergeben, dass die vier größten Spieler im deutschen Lebensmitteleinzelhandel – Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit den Lidl-Märkten und Kaufland – inzwischen zusammen auf einen Marktanteil von rund 85 Prozent kommen.

Edeka betonte, Ziel des Unternehmens sei es, die Standorte nach und nach an selbstständige Kaufleute zu übergeben. Neben den Supermärkten übernimmt Edeka im Zuge des Geschäfts auch die Online-Händler Plus.de und GartenXXL.de. Dies sei ein wichtiger Entwicklungsschritt für das Online-Geschäft der Edeka-Discount-Tochter Netto, meinte Edeka-Chef Markus Mosa. Karsten Schaal, Gründer des Onlinesupermarkts food.de, bedauerte den Verkauf der Tengelmann Supermärkte. Er habe sich immer nein Beispiel an Erivan Haub genommen, der schon frühzeitig auf die Digitalisierung gesetzt habe. „Die Marktführerschaft der Supermärkte wird nun unter noch wenigeren Anbietern aufgeteilt und macht es für kleinere Anbieter zu einer Herausforderung, sich auf dem Markt zu behaupten.”

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