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Lebensmittel sind so sicher wie nie zuvor!

Horst Lang (Vorsitzender, Lebensmittelrechts-/Qualitätssicherungsausschuß, HDE/BVLH) und Georg Abel (Bundesgeschäftsführer des Vereins Verbraucher Initiative) im Dialog über die Qualität unserer Lebensmittel.

Pro

Die Qualitätssicherung bei der Herstellung — und darüber hinaus bei der Verpackung wie auch der Logistik — ist unser höchstes Gut. Lebensmittelsicherheit steht für den deutschen Handel und die deutsche Ernährungsindustrie an erster Stelle. Die Branche ist führend und alle streben nach einer kontinuierlichen Verbesserung. Möglich wird dies durch die moderne industrielle Lebensmittelproduktion, aber auch durch zuverlässige Kontrollsysteme wie IFS, Global G.A.P., QS, KAT oder auch unternehmenseigene Qualitätssicherungssysteme. Denn alle Hersteller wissen, dass sie die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Produkte tragen.

Die Maßnahmen zur Qualitätssicherung sind äußerst umfangreich: Höchste Hygienestandards, ständige Qualitätskontrollen, Rückverfolgbarkeitssysteme, Zutrittsbeschränkungen oder ein ausgeklügeltes Krisenmanagement sind nur einige davon. Hinzu kommen immer modernere und sicherere Verarbeitungsverfahren. Hersteller kennen ihre Produkte und Prozesse am besten, deshalb sind Eigenkontrollen bzw. Eigenkontrollsysteme die Basis des vorsorgenden Verbraucherschutzes. Viele Marken stehen mit ihrem Namen dafür. Auch gibt es in Deutschland eine sehr qualifizierte, effizient arbeitende und gut ausgestattete Lebensmittelüberwachung plus einen bundesweit einheitlichen Vollzug des Lebensmittelrechts. Folglich sind unsere Lebensmittel so sicher wie noch nie.

Horst Lang, Vorsitzender, Lebensmittelrechts-/Qualitätssicherungsausschuß, HDE/BVLH

Contra

Das Vertrauen der Verbraucher ist beschädigt, davon bin ich überzeugt. Verbraucher können sich darauf verlassen, dass die Lebensmittel aller Preissegmente hygienisch und toxikologisch sicher sind. Das ist eine große Leistung — aber eben auch selbstverständlich.

Kunden wollen heute mehr wissen: Ist das Produkt wirklich aus der angegebenen Region? Für welche Qualität steht das aufgedruckte Siegel? Wie viel Natur steckt noch in einem industriell hergestellten Lebensmittel? Fragen wie diese können Verbraucher sich nicht selbst beantworten. Sie müssen Herstellern und Händlern vertrauen. Dieses Vertrauen ist beschädigt. Skandale um Giftstoffe in Lebensmitteln, Betrugsfälle und Verbrauchertäuschung nähren Zweifel an Prozess- und Produktqualitäten sowie Eigenkontrollsystemen.

Die Diskrepanz zwischen der Realität in der modernen Lebensmittelproduktion und der — durch Werbung beförderten — idealisierten Vorstellung davon erzeugen beim Kunden ein Gefühl der Entfremdung. Kennzeichnungen, die an der Grenze zwischen Legalität und Legitimität mit Verbrauchererwartungen spielen, erschweren die selbstbestimmten Kaufentscheidungen. Nur Transparenz, Offenheit für Kritik und nachvollziehbare Kennzeichnung helfen der Lebensmittelwirtschaft, dieses Vertrauen zurückzugewinnen.

Georg Abel, Bundesgeschäftsführer des Vereins Verbraucher Initiative

 

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