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Zinsgünstig

Unternehmer, die ihre Immobilie auf Energieeffizienz trimmen wollen, können günstig finanzieren.

Pro Jahr verbraucht im Schnitt jeder Einzelhändler 86.000 kWh an Energie — gleichgültig, ob es sich um eine Apotheke, ein Modehaus, ein Möbelgeschäft, einen Spielzeugladen oder ein Elektronik-Fachgeschäft handelt. Das sind zwischen 1 und 2 Prozent des Umsatzes. Von dieser teuren Energie lassen sich mindestens 20 Prozent einsparen, so das bundesweite Energieeffizienz-Beraternetzwerk energieeffizienz-im-betrieb.net. Es könnten aber noch mehr sein. Denn etwa die Gebäudedämmung, die eine Energiesparmöglichkeit von 23 bis 24 Prozent verspricht, stößt im Einzelhandel bislang nur auf eine geringe Resonanz.

Dabei ist die Investitionsbereitschaft für Energiesparmaßnahmen im Handel so ausgeprägt wie noch nie. Laut der KfW-Bankengruppe wollen bis zu 95 Prozent der deutschen Einzelhändler innerhalb der nächsten Jahre einzelne energetische Projekte anpacken. Dabei stehen im Non-Food-Handel die Beleuchtung, im Lebensmittelhandel die Kühlanlagen im Fokus. Energiebewussten Handelsunternehmern stellt die KfW zinsgünstige Darlehen zur Verfügung, nicht nur für Licht, Klima, Heizung und Kühlung. Wer seine Geschäftsgebäude von vornherein energiebewusst plant oder seinen Gebäudebestand energetisch saniert, kann seine Finanzierung zumindest zum Teil über die KfW ziehen und auch oft zusätzlich Kredite zu Bestkonditionen von den Bundesländern bekommen (siehe „Hilfen von den Ländern“). Mit ihren Investitionen leisten die Unternehmen einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz und stärken zugleich die Rentabilität ihres Geschäfts. „Investitionen in Energieeffizienz amortisieren sich oft innerhalb weniger Jahre“, sagt Daniel Enke, Mittelstandsexperte des Handelsverbands Deutschland in Berlin.

Wer mit der KfW seine Energiesparmaßnahmen finanzieren will, muss wissen: Die KfW gewährt Kredite nicht unmittelbar an den Investor, sondern ausschließlich über Kreditinstitute, die bereit sind, das Vorhaben zu begleiten und den Antrag an die KfW weiterzuleiten. Die Wahl des Kreditinstituts steht dem Kreditnehmer frei. Das kann also die Hausbank sein oder auch ein anderes Institut. Die Anträge für ein Darlehen müssen auf jeden Fall vor Beginn des Vorhabens gestellt werden. Enke: „Weil viele Kreditinstitute die KfW-Mittel nicht offensiv anbieten, sollte man im Zweifelsfall danach fragen.“ Wer indes schon mitten im Um- oder Neubau steckt, hat Pech. Ausgeschlossen sind die Umschuldung bzw. Nachfinanzierung abgeschlossener Vorhaben. Auch Großunternehmen mit mehr als einer halben Mrd. Euro Umsatz werden nicht von der KfW unterstützt.

Um zu schauen, was an Energiesparmaßnahmen überhaupt sinnvoll ist, bietet sich im ersten Schritt eine Beratung an. Ein über die Beraterbörse der KfW engagierter Energieexperte identifiziert die Schwachstellen am Standort und dokumentiert das Ergebnis. Der Bericht umfasst alle Aspekte des Energiebedarfs und Energieverbrauchs im Unternehmen und unterbreitet erste Vorschläge. In einem zweiten Schritt vertieft der Fachmann die Analyse und erarbeitet einen konkreten Maßnahmenplan. Bei der Initialberatung übernimmt die KfW bei kleinen und mittleren Einzelhandelsbetrieben 80 Prozent, maximal jedoch 1.280 Euro. Die Detailberatung wird zu 60 Prozent unterstützt, maximal mit 4.800 Euro.

Wollen Unternehmer dann die vom Berater vorgeschlagenen Maßnahmen umsetzen, können die Kosten wieder über die KfW finanziert werden. Maßgebend dafür ist in diesem Fall das Energieeffizienzprogramm. Speziell für den Handel sind Investitionen in die Heizung, Kühlung oder Beleuchtung, aber auch in eine effiziente Energieerzeugung wie die Kraft-Wärme-Koppelung interessant. Generelle Voraussetzung bei einer Ersatzinvestition: Sie muss zu einer Energieeinsparung von mindestens 20 Prozent führen, gemessen am Durchschnittsverbrauch der letzten drei Jahre. Bei Neuinvestitionen muss eine Endenergieeinsparung von mindestens 15 Prozent im Vergleich zum Branchendurchschnitt erzielt werden.

Die energetische Sanierung eines älteren Geschäftshauses kann auch gefördert werden. Das setzt voraus, dass die Maßnahmen dazu führen, dass mindestens die Vorgaben der Energieeinsparverordnung EnEV 2009 erfüllt werden. Etwas strenger sind die Vorgaben für eine KfW-Förderung mit dem Energieeffizienzprogramm für Neubauten. Auch die finanziert die KfW. Allerdings nur dann, wenn die EnEV 2009 um mindestens 20 Prozent unterschritten wird. Ob sich KfW-Darlehen angesichts der derzeit günstigen Zinsen für Hypothekarkredite lohnen, hängt vom Einzelfall ab. Auch einzelne Banken und Sparkassen bieten solventen Unternehmen oft sehr günstige Darlehen an. HDE-Experte Enke: „Ein Vergleich mit den Konditionen der Hausbank lohnt sich in jedem Fall.“

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