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Menschen & Management

Morgen, Kinder, …

… wird’s was geben: Weihnachtszeit ist Spendenzeit – ganz besonders im Handel. Doch viele Aktionen und Projekte laufen auch unabhängig vom Fest.

Der Einzelhandel hat aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zu den Menschen auch eine besondere Sensibilität für ihre Sorgen und Nöte entwickelt“, nennt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), den Grund für das weit verbreitete Engagement der Branche. Über 50. Mio. Euro gibt der deutsche Einzelhandel jedes Jahr allein aus, um seine nächste Umgebung zu unterstützen — in Stadt- und City-Marketing-Maßnahmen. Dabei sind die immensen Investitionen in die städtische Bausubstanz — 2 Mrd. Euro — noch nicht mal eingerechnet. „Wir sehen vielleicht eher als andere, wo es einer besonderen Unterstützung oder Zuwendung bedarf, weil wir ganz dicht am gesellschaftlichen Geschehen sind.“ Deswegen gehören Wohltätigkeitsaktionen selbstverständlich zum sozialen Engagement für die Handelsunternehmen — weltweit und lokal.

Kinder sind immer eine willkommene Zielgruppe für finanzielle Zuwendungen. Ihre Rechte zu stärken, hat sich Save the Children, die größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt, auf die Fahnen geschrieben. Zahlreiche Unternehmen aus dem Einzelhandel unterstützen die Organisation. Sehr beliebt ist die Aktion „Spenden statt schenken“, bei der das Geld, das für Weihnachtsgeschenke gedacht wäre, Save the Children überlassen wird.

Alle Jahre wieder können sich auch eine Reihe weiterer Organisationen über Spendengelder aus dem Einzelhandel zum Jahreswechsel freuen. So unterstützt die Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf die Organisation Terre des Hommes bei Projekten zur Vermeidung von Kinderarbeit. Daran sind Kundenkartenbesitzer zahlreicher Häuser maßgeblich beteiligt. Auf Wunsch wird ihr gesammelter Bonus nach Ablauf des Kalenderjahres an Terre des Hommes überwiesen. In Zusammenarbeit mit den Kunden engagiert sich auch Rewe: Im November hat das Unternehmen eine bundesweite Spendenaktion unter dem Motto „Mithelfen.Mitspenden.“ zugunsten der Tafeln veranlasst: Dabei wurden Kunden in Rewe- und Toom-Märkten gebeten, Aktionstüten zu je fünf Euro zu kaufen und an die lokale Tafel zu spenden. Gleich eine ganze Reihe von Einzelhandelsunternehmen (Bünting, Coop, Edeka Südbayern, Feneberg, Globus, Kaiser’s Tengelmann, Real, Mayersche) kooperiert beim Verkauf von Weihnachtskarten mit UNICEF Deutschland. Dabei verzichten sie auf die Handelsmarge. Ikea Deutschland bot Ende 2011 erstmals fünf verschiedene Sortimente der Karten an und generierte bislang rund 100.000 Euro Spendeneinnahmen; mit insgesamt 148 Mio. Euro bis 2015 ist Ikea international der größte Unternehmenspartner von UNICEF.

Auch ohne Weihnachtsbezug unterstützen Unternehmen wie Ikea oder H&M die Spendenorganisation auf internationaler Ebene. H&M engagiert sich beispielsweise seit 2004 mit knapp 12 Mio. Euro für UNICEF und setzt sich dabei für Rechte und Bildung von Kindern in Bangladesch, Kambodscha, China, Indien, Madagaskar und Usbekistan ein. Dieses Jahr gehen beispielsweise 25 Prozent des Verkaufspreises der „All for Children“-Kollektion an das Kinderhilfswerk für ein Bildungsprogramm in Bangladesch. Weit über die Weihnachtszeit hinaus engagiert sich auch Esprit.

Spenden von den nicht minder engagierten örtlichen Kaufmannschaften fließen oft ins unmittelbare Umfeld. Der Verein „Bielefelder Handel Hilft“ ist dafür ein gutes Beispiel. Er wurde im Jahr 1960 mit dem Ziel gegründet, das soziale Engagement des Bielefelder Einzelhandels zu konzentrieren und zu verstärken. Die Kaufleute der Stadt und des Umlandes werden regelmäßig aufgefordert, Geld- und Sachspenden zur Verfügung zu stellen. Diese Spenden werden dann von der Handelshilfe sowohl in Zusammenarbeit mit anderen sozialen Institutionen als auch durch Eigeninitiative auf viele Einzelmaßnahmen weiterverteilt. „Das Grundprinzip der Bielefelder Handelshilfe ist es, unverschuldet in Not geratenen Menschen unverzüglich und ohne bürokratischen Aufwand zu helfen“, erläutert Vorstandsmitglied Susanne Eickelmann. Der Einzelhandelsverband Ostwestfalen-Lippe unterstützt die Handelshilfe, wodurch der Verwaltungsaufwand sehr gering bleibt.

Eine durch und durch weihnachtliche Hilfsaktion läuft alljährlich in Kaldenkirchen am Niederrhein. Der Werbering in Kaldenkirchen veranstaltet am zweiten Adventswochenende das „Lichterfest“, einen Weihnachtsmarkt, der sich durch eine besonders schöne Weihnachtsbeleuchtung auszeichnet, wie Claudia Willers, Vorsitzende des Werberings, betont. Seit 17 Jahren wird der Erlös dieses Festes an unterschiedliche lokale karitative Einrichtungen gespendet. Fast 60.000 Euro konnten schon an verschiedene „gute Zwecke“ weitergeleitet werden. Die Nettetaler Tafel profitiert ebenfalls regelmäßig von den Erlösen.

{tab=Glühlampen-Recycling: „Doppelt Gutes tun!”}

  • Auf große Resonanz stieß die bundesweite Spendenaktion „Richtig entsorgen und doppelt Gutes tun!“ der Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH. Ziel der gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) initiierten Aktion war es, so viele ausgediente LED- und Energiesparlampen wie möglich zu sammeln.
  • Für jede volle Sammelbox spendete Lightcycle zehn Euro zur kreativen Neugestaltung von Schulhöfen. Bis Mitte November sind bereits rund 60.000 Euro zusammengekommen.
  • Lightcycle ist ein nicht gewinnorientiertes Unternehmen, das 2005 von führenden Lichtherstellern als Rücknahmesystem von LED- und Gasentladungslampen gegründet wurde. Das Unternehmen sieht seinen Zweck darin, seinen Gesellschaftern sowie anderen Systemteilnehmern ein ökologisch und ökonomisch nachhaltiges System zur Rücknahme von Beleuchtungskörpern anzubieten, um ihre gesetzlichen und ethischen Verpflichtungen im Rahmen ihrer Herstellerverantwortung zu erfüllen.

http://www.lightcycle.de
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Mit seiner Klimaschutzoffensive unterstützt der HDE ­Einzelhändler bei der Umsetzung von Investitionsmaßnahmen im Klimaschutz. Zwei neue Mitarbeiter sollen das ambitionierte Projekt zum Erfolg führen. mehr...

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