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Hoffnungsträger

Selten dürfte dem deutschen Zweiradfachhandel ein Segment soviel Spaß gemacht haben wie derzeit die Elektroräder, im Branchenjargon als E-Bikes bezeichnet. Sie erweisen sich seit mehreren Jahren als starker Wachstumstreiber im Fahrradmarkt: 2010 wurden 200.000 E-Bikes verkauft, 50.000 mehr als im Vorjahr, womit das Segment im vergangenen Jahr nach Stückzahlen wieder eine Steigerungsrate von 33 Prozent verbuchen konnte. Und laut Thomas Kunz, Geschäftsführer des Verbandes des Deutschen Zweiradfachhandels VDZ, erwarten die Fachhändler nach einer in den ersten Monaten 2011 wieder deutlich angezogenen Nachfrage auch 2011 satte Steigerungsraten.

Die Zweirad-Industrie geht sogar davon aus, dass sich das Wachstum in diesem Jahr noch beschleunigen wird und im laufenden Jahr 300.000 E-Bikes im Handel verkauft werden. Im Gesamtvolumen, schätzt der Branchenverband ZIV, werde das Segment mittelfristig zwischen 15 und 18 Prozent Marktanteil am Zweiradmarkt erobern. Interessanter sind aber noch die damit realisierbaren Umsatzanteile. Schon jetzt steuern die motorisierten Drahtesel bereits 12 Prozent des gesamten Branchenumsatzvolumens von 3,3 Mrd. Euro bei — bei einer Absatzbedeutung von derzeit gerade einmal 5 Prozent.

Vor allem der Fachhandel profitiert von dieser dynamischen Entwicklung. Für ihn bietet das motorisierte Zweiradsegment auch die Möglichkeit, ihre Marktbedeutung im Radmarkt weiter auszubauen: Innerhalb eines Jahres kletterte der Umsatzanteil um 3 auf jetzt 78 Prozent (bei stabil gebliebener Absatzbedeutung von 69 Prozent). Insgesamt setzte die Fahrradbranche im vergangenen Jahr 3,3 Mrd. Euro um und bewegte sich damit auf dem Umsatzniveau von 2009. 1,8 Mrd. Euro entfielen auf den Verkauf von Rädern, der Rest auf Zubehör, Werkstattumsätze etc.

Die Absatzentwicklung war allerdings im letzten Jahr mit 4 Mio. verkauften Rädern um 4 Prozent rückläufig. Für eine dennoch ausgeglichene Umsatzbilanz sorgten mit deutlich höheren Verkaufspreisen die E-Bikes. Sie treiben auch die Entwicklung der Durchschnittspreise bei Fahrrädern insgesamt voran, die sich innerhalb des letzten Jahres um weitere 14 Euro auf aktuell 460 Euro erhöhten. Trekking- und Cityräder verzeichnen dagegen leicht sinkende Durchschnittspreise; die Mengenbedeutung übersteigt mittlerweile den wertmäßigen Marktanteil. Allerdings sind in beiden Segmenten positive Tendenzen sichtbar, während Mountainbikes stagnieren und Rennräder Umsatz verlieren.

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„Satte Steigerung möglich.”
Thomas Kunz, VDZ
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